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Die Radfahrer kommen

REINSFELD. In spätestens vier Monaten ist der neue Ruwer-Hochwald-Radweg auf dem Teilstück Hermeskeil-Reinsfeld fertig. Wie das wichtigste Freizeit-Projekt in der Verbandsgemeinde Hermeskeil touristisch vermarktet werden soll, war einer der Diskussionspunkte im Reinsfelder Rat. ARRAY(0xfa160c0)

Der Auftrag ist klar formuliert: In 100 Werktagen soll die bauausführende Firma die Asphaltierung der 6,2 Kilometer langen früheren Eisenbahntrasse von Hermeskeil nach Reinsfeld abgeschlossen haben. "Begonnen wird damit am nächsten Dienstag", sagte Arnold Eiden, Leiter der Straßenmeisterei Hermeskeil, die die Bauaufsicht hat, gestern dem TV. Das bedeutet, dass spätestens Mitte September auf der ersten Etappe des insgesamt 48 Kilometer langen Radwegs in die Pedale getreten werden kann. Geht es nach Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Hülpes soll es bekanntlich so lange nicht dauern. Er fehlte zwar in der jüngsten Reinsfelder Ratssitzung bei diesem Tagesordnungspunkt, hat aber bereits mehrfach den 23. Juli als Termin für den feierlichen Startschuss in die Diskussion gebracht. Auch Reinsfelds Ortsbürgermeister Rainer Spies äußerte am Dienstagabend die Hoffnung, "dass es mit der frühzeitigen Eröffnung klappt". Lambert Norta reagierte auf diese Forderungen jedoch reserviert: "Wir haben das Ziel erkannt. Die terminlichen Vorstellungen von Einzelnen werden aber nicht leicht einzuhalten sein", sagte der Mann vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) Trier. Norta war nach Reinsfeld gekommen, um den Ratsherren zu zeigen, welche Lösung sich die Planer ausgedacht haben, um einen Gefahrenpunkt im Ort zu entschärfen. Am ehemaligen Bahnübergang an der Landesstraße wird in den nächsten Wochen in der Mitte der Straße eine Verkehrsinsel eingerichtet, die als sichere Überquerungshilfe dienen soll. "Eine sehr gute Sache", kommentierte Spies die Tatsache, dass der LSV in seiner Planung auf die Anregungen aus Reinsfeld eingegangen war. Der SPD-Politiker forderte zugleich, "dass der Radwege-Bau und die Erstellung eines touristischen Konzepts miteinander einhergehen müssen". Eine Aufgabe, die die beteiligten Verbandsgemeinden Hermeskeil, Kell am See und Ruwer inzwischen gemeinsam angegangen sind, wie Norbert Schindler betonte. Der Leiter der Tourist-Information Hermeskeil verwies dabei auf erste sichtbare Ergebnisse. Es gebe inzwischen nicht nur unter www.ruwer-hochwald-radweg.de eine eigene Internet-Seite, die noch weiter ausgebaut wird. Auch ein Logo für den Radweg existiert bereits. Zudem wird derzeit eine farbige Broschüre erstellt, die alle wichtigen Informationen rund um den Radweg enthalten soll. Mit Nachdruck machte Schindler deutlich, "dass der Radweg nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern in die Region ausstrahlen muss". Deshalb soll die gesamte Verbandsgemeinde radtouristisch besser erschlossen werden. Ähnlich wie auf dem Maare-Mosel-Radweg ist beispielsweise geplant, vom Radweg aus mehrere Schleifen einzurichten. Auf Tagestouren können Radler so Sehenswürdigkeiten wie die Grimburg, die Primstalsperre oder die Gedenkstätte Hinzert erkunden. Zum Angebot sollten, so Schindler, auch Mehrtagestouren mit Gepäcktransfer gehören. Diese machen jedoch nur dann Sinn, wenn eine Anbindung an die großen Radwege an Saar, Mosel und Nahe geschaffen wird. Besonders wichtig ist aus Sicht des Touristikers die Einrichtung eines Radlerbusses zwischen Hermeskeil und Trier.Port kritisiert Titel des Radwegs

Allerdings gab es auch Kritik im Reinsfelder Rat. So ist nach Auffassung von Paul Port (OWL) die Namensgebung ungünstig für die überregionale Vermarktung. "In München oder Hamburg kann niemand etwas mit den Begriffen ‚Ruwer‘ oder ‚Hochwald‘ anfangen. Zumindest eine der beiden Bezeichnungen ‚Mosel‘ oder ‚Hunsrück‘ hätte in den Titel gehört", monierte er. Die Frage von Port, ob einzelne Orte auf dem Radweg als Einstiegspunkte gesondert beworben werden, verneinte Schindler. "Wir werden nur die gesamte Strecke mit Anfang und Ende in Ruwer und Hermeskeil vermarkten und den Gästen nicht sagen, dass sie in diesen oder jenen Ort fahren sollen", betonte Schindler. Allerdings zählt der alte Reinsfelder Bahnhof zu den insgesamt neun Punkten, an denen Rastplätze entstehen und Informations-Tafeln aufgestellt werden.