Die Region wacht auf

TRIER. Der Kreistag Trier-Saarburg macht sich in einer weiteren Resolution für Trier als Standort von Kulturamt und Staatlicher Lehr- und Versuchsanstalt stark. Abgezielt wird vor allem auf die finanziellen Aspekte.

Als der Kreistag am 16. Dezember 2002 eine Resolution zum Thema"Agrarverwaltungsreform" verabschiedete, waren die Ratsmitgliedernoch milde gestimmt. Als sich das Gremium auf Antrag der CDU amMontag erneut mit der Thematik befasste, war der Ton rauer -nicht untereinander, sondern in Richtung Landwirtschafts- undWeinbauministerium. "Es ist Zeit, sich zu positionieren", sagte Günter Schartz (CDU) mit Blick auf die Standortdiskussion. Seine Kritik: Das Ministerium habe sich auf den Standort Bernkastel-Kues festgelegt, obwohl der Lenkungsausschuss noch bei der Bestandsaufnahme sei. "Eine Alibi-Veranstaltung", sagte Schartz. Den Sachstand, der aus dem Ministerium zu hören sei, bezeichnete er als "finanziell unausgegoren und strukturpolitisch falsch".

Schartz lobte das Engagement der Leiwener Jungwinzer: "Sie sprechen zu Recht von Verrat." Für ihn steht fest: "Trier ist der finanziell günstigste Standort."

Die SPD trägt die Kritik mit. "Es ist nicht einzusehen, dass Kulturamt und Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt nach Bernkastel-Kues kommen", sagte Heinz

Rudolf Kniesz. Zu bedauern sei, dass bisher von Saar, Saargau und Obermosel kaum Gegenwehr gekommen sei. CDU-Mann Dieter Schmitt sei "einsamer Rufer" gewesen. Mittlerweile sei man aber wach geworden. Wenig hilfreich sei die "Holzhammer-Methode" des Bauern- und Winzerverbands-Vorsitzenden Günter Herres. Der hatte Minister Bauckhage und Staatssekretär Eymael den Rücktritt nahe gelegt (der TV berichtete). Sachliche Argumente seien gefragt, wie die Stellungnahme des Rechnungshofes, sagte Kniesz. Eines stehe fest: "Nur über die Kostenfrage kann Trier gehalten werden."

Am 12. März ist ein Gespräch beim Minister

Auch Hugo Kohl (FWG) hält die Rücktrittsforderung für überzogen. Das Ministerium habe in der Vergangenheit gut gearbeitet. Er hob ebenfalls auf die Kosten ab, zum Beispiel anfallende Mieten. In dieser Hinsicht müsse man sich für das am 12. März beim Minister angesetzte Gespräch wappnen. Kohls Forderung ist eindeutig. "Der Standort Bernkastel ist schon vom Grundsatz her falsch."

Paul Port (Grüne) warnte davor, den Standort "hochzukochen. Wir sind eine Region und müssen aufpassen, nicht auseinander dividiert zu werden." Sonst stehe die Mosel am Ende vielleicht mit leeren Händen da. Ports Wunschstandort ist aber auch Trier. Schon deshalb, weil die SLVA "hervorragende Forschungsarbeit leistet".

"Jetzt geht\\\\\\\'s ums Beißen", sagte Dieter Schmitt. Gott sei Dank ist die Region aufgewacht." In Ermangelung einer FDP-Fraktion ging Schmitts Werben in Richtung SPD. Als Regierungs-Partei habe sie größeren Einfluss als die CDU. Schmitt: "Es geht darum, dass Mainz merkt, wie Trier kämpft."