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Die Schillinger wollen nach Saarburg

Die Schillinger wollen nach Saarburg

CDU und SPD in Schillingen begrüßen die Empfehlung des Lenkungsausschusses der Verbandsgemeinde Kell, mit der Verbandsgemeinde Saarburg in Verhandlungen zur Vorbereitung einer Fusion einzutreten. Zumal es Gründe gegen einen Wechsel in die Verbandsgemeinden Hermeskeil oder Ruwer gibt.

Schillingen. Die CDU- und SPD-Fraktion im Schillinger Ortsgemeinderat sind sich einig: Beide befürworten die Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit Saarburg, die von einem Lenkungsausschuss geführt werden sollen. Diesem gehören der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, die Fraktionsvorsitzenden des Verbandsgemeinderates und Spitzenbeamte der Verwaltung an.
Kompletter Wechsel geplant


"Die Fusion der Verbandsgemeinde Kell als Ganzes sollte oberste Priorität haben", spricht Bürgermeister Martin Alten die Forderung auch der Schillinger Kommunalpolitiker aus. Die meisten Vorteile werden mit dem Nachbarn an der Saar gesehen, aber: "Das ist nicht gleichbedeutend, dass eine abschließende Entscheidung gefallen ist." Die Keller Bürger sollen umfassend informiert werden, sobald verwertbare Daten aus den Fusionsgesprächen vorliegen. An den Inhalten will sich die Ortsgemeinde derart beteiligen, dass Eckpunkte erarbeitet werden, die aus der Sicht des Rats wichtig sind.
"Wir haben im März Post vom Innenministerium bekommen", erinnert sich Alten. Darin verlangt die Landesregierung eine freiwillige Fusionsaussage bis Ende des Jahres, mit wem die aus deren Sicht zu kleine Verbandsgemeinde Kell Verhandlungen aufnehmen will.
"Für Saarburg sprechen gute Gründe", findet der Verwaltungschef. Gemeindewerke, Schulen, die Feuerwehren, der Tourismus, vieles könnte gemeinsam effektiver organisiert werden. Dabei verlange Saarburg deutlich niedrigere Ortsgemeindeumlagen als Kell. Der Gesetzgeber sehe eine Übergangsfrist von zehn Jahren vor, um alles anzugleichen.
Eine Verbandsgemeinde mit 29 Ortsgemeinden mit 33 000 Einwohnern könnte so entstehen. Es wäre die größte im Landkreis Trier-Saarburg.
Bereits 2012 haben sich 45 Prozent der Keller Bürger bei einer Abstimmung für Saarburg gestimmt. "Bei Gesprächen mit Ruwer haben wir eine deutliche Skepsis gespürt", sagt Alten. In Hermeskeil habe er den Eindruck gewonnen, dort gehe es eher um die Stärkung des Mittelzentrums. Außerdem sei nicht klar, wie die Verhandlungen zwischen Thalfang und Hermeskeil ausgehen.
Für die Bürger ändere sich kaum etwas. "Wir bauen da keinen Zaun zwischen Reinsfeld und Kell." Jens Anell, der den erkrankten Ortsbürgermeister Markus Franzen in der Sitzung vertrat, nennt als Ziel: "Die Beiträge sollten mit der Fusion mindestens stabil bleiben, wenn nicht sogar günstiger werden."
Für den SPD-Sprecher Wolfgang Schäfer gibt es einen emotionalen und einen wirtschaftlichen Aspekt der Fusion: "Ich vermisse Daten und Fakten der Landesregierung, warum man diese Kommunal- und Verwaltungsreform überhaupt macht." Außerdem werde doch ein wenig Identität der beteiligten Kommunen zerschlagen. Schäfer war anfangs für Hermeskeil, sieht aber dabei ein Problem: "Wir wollen nicht dominiert werden." Saarburg sei für die Bürger besser.
Eindeutig für Saarburg spricht sich auch der CDU-Sprecher Stefan Mai aus: "Zusammen können wir stark sein." Ziel ist ein Fusionsvertrag. Angepeilt wird Ende 2019. Dann ist auch wieder Kommunalwahl. doth