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Die Schönheiten des Konzer Tälchens

Die Schönheiten des Konzer Tälchens

Mit viel Fantasie und Kreativität fotografierte Ursula Kugel aus Krettnach inmitten der Natur gut 40 Bewohner des Konzer Tälchens zwischen elf und 88 Jahren. Einige sind halbnackt - doch das ist raffiniert in Szene gesetzt.

Konz-Krettnach. Ursula Kugel wohnt in Krettnach. Sie liebt die Landschaft im Tälchen und ist immer wieder fasziniert von den Veränderungen, die mit den Jahreszeiten einhergehen. Aber: "Reine Landschaftsbilder finde ich langweilig", sagt die 49-jährige Hausfrau und zeigt stolz den Kalender, den sie zusammen mit Tälchenbewohnern kreiert hat.
"Die Leute hier sind alle sehr heimatliebend." Deshalb war es für sie klar, dass diese Menschen als schmückendes Beiwerk in die Landschaftsbilder integriert werden sollten. "Ich wollte niemanden in den Vordergrund stellen, es geht um die schöne Umgebung, die Menschen sind Nebensache", erklärt die Hobby-Fotografin. Am Vatertagsfest machte sie Nägel mit Köpfen und gab ihre Idee bekannt. "Morgen machen wir Oben-ohne-Fotos im Rapsfeld. Wer ist dabei?" Und gleich waren elf Frauen bereit mitzumachen.
Eine von ihnen ist Barbara Hagen. "Es war total witzig und locker, einige der Frauen habe ich vorher gar nicht gekannt. Wir haben ein Glas Winzersekt zusammen getrunken und viel gelacht bei den Fototerminen." Das bestätigt auch die 26-jährige Anika Zimmer.
"Als wir da so halbnackt im Rapsfeld posiert haben, fuhren plötzlich immer mehr Traktoren die Straße entlang, und einige hielten an. Die Fahrer wollten offenbar noch etwas mehr sehen", sagt sie lachend. "Wir haben dann mit dem Shooting gewartet, bis sie sich wieder entfernt haben."
Keine Nacktbilder von vorne


Aber mehr Nacktheit gab und gibt es nicht. Dass die Damen auf dem Mai-Kalenderblatt nur aus der Ferne und vor allem nur von hinten zu sehen sind, ist gerade der Reiz an der ganzen Sache. "Für echte Nacktfotos, auf denen ich von vorne zu erkennen bin, hätte ich mich nicht zur Verfügung gestellt", gibt Anika Zimmer zu. Und das war auch nicht gewollt. Auf Ursula Kugels Kalender ist keine Person wirklich zu erkennen. So sind auf manchen Kalenderblättern nur nackte Beine oder Füße abgebildet. "Ich wollte nicht zu weit gehen und niemanden in Verlegenheit bringen", sagt sie.
Nach und nach hat sich herumgesprochen, dass Ursula Kugel an Orten wie dem Großwald, am Karlsberg oder an der Ölmühle kreative Bilder für einen Kalender macht. So kamen gut 40 Tälchenbewohner im Alter von elf bis 88 Jahren zusammen, die auf Abruf bereitstanden, sich bei guten Wetter- und Lichtverhältnissen in kreativen Posen fotografieren zu lassen.
Inzwischen kommen immer mehr Leute auf Ursula Kugel zu, die sich für ein weiteres Kalendershooting zur Verfügung stellen wollen. Auch Anika Zimmer und Barbara Hagen wären jederzeit wieder mit dabei.
Ob es dazu kommen wird, hängt vom Verkaufserfolg der Kalender ab. "Ich bin erst mal in Vorlage getreten, mal sehen, ob sich das überhaupt auszahlt", sagt Ursula Kugel bescheiden. Doch eines weiß sie: "Wenn sich die 500 Kalender gut verkaufen, organisiere ich einen Salsa-Tanzkurs für die Krettnacher Jugend als Dankeschön fürs Mitmachen!"