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Die Tipps und Tricks der Weinhoheiten

Tradition : Die Tipps und Tricks der Weinhoheiten

Königin und Prinzessinnen von Saar-Obermosel sind noch bis September im Amt. Sie haben schon viel erlebt. Nachfolgerinnen werden gesucht.

Auf die Frage nach einem Foto reagieren die drei Weinhoheiten äußerst professionell. Flott wird die Krone vorm Spiegel aufgesetzt, das überdimensionierte Weinglas in die Hand genommen und ab geht es in die entsprechende Kulisse, wo nett gelächelt wird.

Viel gelernt Das haben Weinkönigin Antonia Reinsbach (22, Saarburg) und die Prinzessinnen Kristina Reinert (24, Serrig) sowie Lena Marx (23, Wawern) in ihrer bisherigen Amtszeit seit September offensichtlich gut geübt. Doch das ist nicht das Einzige, was sie gelernt haben. Lena Marx, im sonstigen Leben VWL-Studentin, sagt: „Ich habe jetzt keine Probleme mehr, vor größeren Menschenmengen zu reden. Das Selbstbewusstsein ist gewachsen.“ Das sehen auch die anderen beiden so. Königin Antonia, die zuvor schon ein Jahr lang Prinzessin war, erinnert sich: „Bei meiner ersten Rede vor zwei Jahren hatte ich einen Zettel in der Hand und war total nervös. Jetzt überlege ich mir auf der Hinfahrt zu einem Termin, was ich den Leuten sage. Und das funktioniert.“ Kristina Reinert ergänzt: „Ich habe jetzt keine Probleme mehr, auf Menschen zuzugehen und Smalltalk zu halten.“ Was sie auch mitnehme, seien die vielen Kontakte, die sie geknüpft habe. Zudem sei sie auf alle möglichen Veranstaltungen gekommen.

Tipps für die Auftritte Bislang haben die drei 41 Auftritte absolviert. Wenn möglich zu dritt, denn auf Teamarbeit legen die Weinhoheiten, die mittlerweile Freundinnen sind, Wert. Zur Vorbereitung auf die royalen Pflichten hat das Trio ein Weinseminar absolviert und eine Farb- und Stilberatung erhalten. Vor der Krönung beim Saar-Weinfest gab’s dann noch Tipps für die Bühne. Da hätten sie erfahren, dass sie ihre Rede nicht lallen und sich nicht die Kante geben sollten, erzählen sie lachend. Auch, dass sie ihre Rede nicht aus dem BH ziehen sollten, wie es eine Weinkönigin in Ermangelung einer Handtasche getan habe. Ganz ernsthaft sei es aber darum gegangen, den Wein und alles, was dazugehört, positiv darzustellen, sagt Antonia Reinsbach.

Tricks beim Trinken Auf die Frage, ob sie denn nun gut im Trinken trainiert seien, winkt Prinzessin Kristina – im wahren Leben Diplom-Finanzwirtin – ab. Sie meint: „Häufig kommen wir auf der Bühne gerade mal dazu, einen Schluck zu uns zu nehmen. Unsere Begleiter trinken da schon mehr.“ Freunde und Familie kämen oft mit und hätten ihren Spaß, würden aber auch den Fahrdienst übernehmen, ergänzt Königin Antonia. Und Prinzessin Lena meint: „Wir kennen auch die Tricks.“ Dazu gehöre es, Traubensaft statt Wein zu trinken oder mit Sprudel zu verdünnen.

Keine Anmache Allen Me-too-Debatten zum Trotz versichern die drei Weinhoheiten, im Amt noch nie Bekanntschaft mit allzu aufdringlichen Zeitgenossen gemacht zu haben. Lena Marx sagt: „Klar sind wir schon von Besoffenen angesprochen worden, aber nie auf unangenehme Art.“ Anmache habe es nicht gegeben. Generell stellt Reinert fest: „Wir werden respektvoll behandelt.“ Auf den Festen werde ihnen im Gedränge Platz gemacht, ergänzt Reinsbach. Dass das auch an den Begleitern wie Ortsbürgermeistern liegen könne, die ein wenig als Bodyguards fungierten, schließen die Hoheiten nicht aus.

Veränderter Weingeschmack Auf den vielen Veranstaltungen haben die Majestätinnen viele Weine probiert. Zum Resultat sagt Antonia Reinsbach: „Ich kann den Wein nun besser einordnen. Mein Geschmack hat sich weiterentwickelt.“ Zuvor hat sie am liebsten feinherben Wein getrunken, nun tendiere sie mehr Richtung süß. Kristina Reinert ist den umgekehrten Weg gegangen. Ihre Vorliebe hat sich von halbtrocken zu trocken verschoben. Lena Marx präferiert nach wie vor feinherb. In Zukunft werden die Majestätinnen noch oft Gelegenheit haben, weitere Rebensäfte zu kosten. Denn die Hauptzeit der Weinfeste beginnt erst. Antonia Reinsbach rechnet mit 40 weiteren Terminen. Das Konzer Wein- und Heimatfest Mitte Juli ist einer davon. Dort werden die Namen der Nachfolgerinnen bekanntgegeben.

Die Nachfolgesuche Noch hat sich niemand beworben. Königin Antonia, die in ihrem Hauptjob als Tourismuskauffrau bei der Saar-Obermosel-Touristik arbeitet, sagt: „Ich würde mich freuen, die Krone an eine der Prinzessinen weitergeben zu können.“ Doch die wehren eher ab. „Lust auf das Amt habe ich schon“, sagt Lena Marx, aber die Zeit fehle ihr. Als Werksstudentin arbeite sie neben dem Studium noch. Kristina Reinert sagt: „Ich plane erst mal nicht weiterzumachen, will aber sehen, was kommt.“ Auch sie begründet dies mit dem zeitlichen Aufwand. Beide betonen aber, dass sie gewusst hätten, was auf sie zukomme, dass das für ein Jahr in Ordnung sei und sie von der Saar-Obermosel-Touristik gut betreut wurden. Wie wollen sie anderen das Amt schmackhaft machen? Die drei verweisen auf das, was sie erlebt und oben beschrieben haben. Es mache Spaß, Kontakte zu knüpfen. Man lerne viel, auch für sich selbst. Lachend ergänzt die Königin: „Ich sage immer: ,Du kriegst ein Kleid, ein Krönchen und ein schönes Glas’ (Anmerkung der Redaktion: Die Weinhoheiten haben Riesengläser mit eingraviertem Namen, in die der Inhalt einer ganzen Flasche passt.)“ Zum individuell geschneiderten Kleid ergänzt Lena Marx: „Das ist ein schönes Erinnerungsstück – auch für die Kinder.“ Kristina Reinert hat genau das erlebt. Bevor ihr Gewand fertig geschneidert war, hat sie das ihrer Mutter, selbst eine Weinkönigin, getragen.

Wer Weinhoheit werden möchte, kann sich an die Saar-Obermosel-Touristik wenden, Telefon 06501/6018040, E-Mail: info@saar-obermosel.de. Weitere Infos: Facebook: saar-obermosel-weinkönigin