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Die Vergangenheit der felsigen Stadt

Die Vergangenheit der felsigen Stadt

Geschichte in Bildern: Das Wappen des heutigen Konzer Ortsteils Filzen weist auf politische, geografische und wirtschaftliche Besonderheiten des fast 1000 Jahre alten Orts hin.

Konz-Filzen. (kbb) Bereits im Jahr 1030 wird der Ort Filzen erstmals urkundlich erwähnt. Auch im heutigen Wappen wird auf die fast 1000-jährige Geschichte des Orts hingewiesen: Letzteres ist dreigeteilt und zeigt im unteren Teil des Schilds die fünfblättrige rote Rose, wie sie in einem anderen Zusammenhang auch im Wappen der Stadt Konz auftaucht. "Filzen stand damals unter Verwaltung des kurtrierischen Amts Saarburg und gehörte zur Pflege von Irsch", erklärt Rudolf Molter, Ordinariatsrat im Ruhestand und jahrzehntelanger Heimatforscher. Im Irscher Gemeindewappen findet sich besagte Rose und wurde durch diese mittelalterliche Verbindung auch in das Wappen des heutigen Konzer Ortsteils Filzen aufgenommen. Die obere Hälfte des Wappens ist zweigeteilt und zeigt auf der linken Seite einen Dreifels, der auf die Namensgeschichte des Ortes hinweist. "Filzen bedeutete ursprünglich ,Felsen', weil es am Fuße ebendieser liegt", weiß Molter. Somit weist das Wappen auf politische und geografische Besonderheiten des Orts hin. Oben rechts befindet sich eine grüne Weinrebe auf silbernem Grund, die wiederum — wie fast überall — auf die lange Weinbautradition hinweist. "Schon seit Anfang des 13. Jahrhunderts wurde in Filzen Weinbau betrieben", sagt Molter.Die durch gerade Linien abgetrennten Teile des Schilds werden auch als "Heroldsbilder" bezeichnet, die Komposition des Filzener Wappens mit einem gespaltenen oberen und einem durchgehenden unteren Teil wird in der Heraldik als "Halbspaltung und Teilung" bezeichnet. Die Wissenschaft der Wappen und Symbole hat dabei eine eigene Sprache zur Beschreibung und Deutung entwickelt. So spielen vor allem Schildform und -teilung eine wichtige Rolle für eine erste heraldische Einordnung. Die Analyse der Inhalte der einzelnen Felder folgt ebenfalls einem strengen Muster, der sogenannten Blasonierung: Zunächst werden Schildteilung und Farben beschrieben, dann folgen die einzelnen Inhalte. Dabei wird von links oben nach rechts unten vorgegangen, sodass die Blasonierung auch Jahre später noch eine möglichst präzise Rekonstruktion des Wappens ermöglicht. Beim Filzener Wappen gibt es nach bisherigem Kenntnisstand keine älteren Vorlagen oder schriftlichen Beschreibungen — es entstand wie fast alle Wappen in der Verbandsgemeinde erst nach dem Zweiten Weltkrieg.