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Die Verkehrssituation auf der Wiltinger Kupp hat sich  verbessert. Ab Frühjahr gibt es daher eine Schranke, um die Fahrzeuge von der engen Straße fernzuhalten.

Verkehr : Zweite Chance für die Schranke

Die Verkehrssituation auf der Wiltinger Kupp hat sich verbessert, ist aber nicht optimal. Ab Frühjahr wird deshalb eine alte Idee wieder aufgewärmt, um die Fahrzeuge von der engen Straße fernzuhalten.

Von Saarburg aus gesehen kurz hinter Wiltingen hört die Landesstraße 137 auf. Sie geht direkt in die Kreisstraße 133 über. An dieser Stelle am Fuß der Weinberge zwischen Wiltingen und Konz wird die breite Fahrbahn schmal.

Für Autos wird es sehr eng: Kurvig schlängelt sich die Strecke am Hang oberhalb des Saar-Nebenarms bei Wiltingen entlang. Doch die Wiltinger Kupp, wie sie genannt wird, ist nicht nur eine der schönsten Straßen im Kreis Trier-Saarburg, sondern auch eine der problematischsten. Immer wieder kommt es zu kleineren Unfällen zwischen Autos, die sich dort begegnen.

Die Behörden haben reagiert. Um zu verhindern, dass größere Lastwagen auf die Kupp fahren, hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) am Orts­eingang von Wiltingen im Mai die Vorfahrt geändert.

Statt einer schönen Verkehrsinsel mit Schiefersteinen fahren die Autos dort nun an rot-weißen Warnbaken vorbei. Vorfahrt haben nicht mehr die Fahrzeuge, die von der Kupp aus kommen, sondern diejenigen, die Wiltingen verlassen und der L 137 Richtung Saarburg oder Richtung der Wiltinger Brücke folgen.

Der LBM wertet die Neugestaltung der Kreuzung als Erfolg. Klaus Wagner, Fachgruppenleiter Betrieb beim LBM, sagt auf TV-Anfrage: „Die abknickende Vorfahrt hat sich ohne nennenswerte Probleme eingespielt.“ Unfälle wegen der Vorfahrtsänderung seien dem LBM nicht bekannt.

Sogar die Kritiker aus Wiltingen sind verstummt, die sich anfänglich darüber beschwert hatten, dass die Vorfahrt geändert wurde. Ortsbürgermeister Lothar Rommelfanger meint zum Beispiel: „Ich bin positiv überrascht“, sagt er. „Wir kommen jetzt wesentlich besser rein ins und raus aus dem Dorf.“ Die Gemeinde wünsche sich aber, dass der LBM die Kreuzung auch wieder schöner gestalte, sagt Rommelfanger in Richtung der Straßenbaubehörde.

Bei Abbau des alten Fahrbahnteilers war der Ortsgemeinderat sauer, weil die  wenige Jahre zuvor aufgestellten Weinstöcke und Schiefersteine wieder weichen mussten.

Jetzt freuen sich Ortschef Rommelfanger und der LBM gleichermaßen darüber, dass sich in den vergangenen Jahren keine größeren Lastwagen mehr auf die Kupp verirrt haben. Seit dem 30. September 2015 kam es zum Beispiel nicht mehr zu größeren Verkehrsbeeinträchtigungen. Damals kam ein 40-Tonner auf der Kupp weder vor noch zurück – nur unter großem Aufwand konnte er befreit werden („Staus durch Laster und zwei Hunde“, TV vom 1. Oktober 2015).

Trotz der guten Nachrichten will der LBM im Frühjahr 2018 noch einmal nachlegen. Frei nach dem Motto „gute Dinge kommen wieder“ wird wieder eine Schranke installiert, die hohe Fahrzeuge an der Durchfahrt hindern soll.

Doch das zweite Schrankenexperiment soll erfolgreich werden. Damit nicht wie 2016 immer wieder Kleinbusse und -laster oder Wohnmobile unter den Schranken durchfahren, wird die Durchfahrtshöhe auf zwei Meter beschränkt.

Von April bis November 2016 griff die Höhenbeschränkung noch ab 2,30 Meter. Deshalb versuchten immer wieder Kleinlaster und Wohnmobile unter der Schranke durchzufahren – oft mit Tuchfühlung. Wagner vom LBM sagt dazu: „Die alte Schranke war durch die Vielzahl der Unfallschäden schrottreif.“ Mehr als 20-mal hätten verbotswidrig durchfahrende Fahrzeuge die Schranke beschädigt. Deshalb seien Reparaturen wirtschaftlich nicht mehr zu vertreten gewesen. Nun soll alles besser werden. „Die neue Schranke wird jetzt durch den Hersteller vor Ort angepasst“, sagt Wagner. Und sie sieht schon auf den ersten Blick robuster aus als die alte.

Wie beim ersten Schrankenversuch bleibt die Kupp jedoch über die Wintermonate offen. So kommen Streufahrzeuge der Straßenmeisterei durch. Wagner appelliert an ortskundige Fahrer höherer Fahrzeuge wie Sprinter oder Kleinlaster, trotzdem auf die Durchfahrt zu verzichten.

 Die Verkehrsführung am Wiltinger Ortseingang und die Höhenschranke kurz vor der Wiltinger Kupp sollen die Verkerhssituation auf der engen Straße verbessern.
Die Verkehrsführung am Wiltinger Ortseingang und die Höhenschranke kurz vor der Wiltinger Kupp sollen die Verkerhssituation auf der engen Straße verbessern. Foto: TV/Christian Kremer
 Eng ist die Straße kurz vor der Wiltinger Kupp.
Eng ist die Straße kurz vor der Wiltinger Kupp. Foto: TV/Christian Kremer

Von der neuen Schranke verspricht sich nicht nur der LBM, dass sich die Situation auf der schönen Kupp weiter verbessert. Auch der Wiltinger Ortschef Lothar Rommelfanger geht davon aus, dass die neue Schranke besser als die alte ist: „Ich kann mir vorstellen, dass die Schranke ihren Zweck erfüllt“, sagt er. „Sie hängt ein bisschen tiefer als die alte.“