Die Zahl der Pendler pendelt

KONZ. (kah) "Konz verzeichnet einen leichten ,Einpendlerüberschuss'" – diese einer kürzlich veröffentlichten Studie entstammende Nachricht dürfte viele Konzer überrascht haben. Wie TV-Recherchen ergeben haben, beruhte sie auf einem "Zahlendreher".

3162 Menschen kommen nach Konz, um zu arbeiten und nur 2860 verlassen die Stadt, um andernorts ihr Geld zu verdienen: Diese mit einer Studie zur Cityoptimierung bekannt gewordene Nachricht hatte vor wenigen Wochen für eine Überraschung gesorgt (der TV berichtete). Einen so genannten "Einpendlerüberschuss" hatte für Konz bislang niemand vermutet. Erstaunliche Zahlen also. Die TV-Recherchen haben allerdings ergeben, dass die positive Nachricht auf einem Fehler beruhte. Die genannten Zahlen entstammen ursprünglich einer Analyse der Bundesanstalt für Arbeit aus dem Jahr 2000. Bei ihrer Übertragung in die Studie zur Cityoptimierung ist offenbar etwas schief gelaufen: Denn im Jahr 2000 pendelten 2860 Menschen ein (und nicht aus), während 3636 Konzer die Stadt zum Arbeiten verließen. Ein Verhältnis, wie es in Anbetracht der Nähe zu Trier - einer Stadt, die rund 47 000 Menschen Arbeit bietet - nicht erstaunt. Der Fehler sei auf eine falsche Datenverknüpfung zurückzuführen, sagt Markus Epple von der Markt und Standort Beratungsgesellschaft, der die Daten zu Ein- und Auspendlern bearbeitet hat. So etwas dürfe nicht vorkommen, sagt er. Der "Zahlendreher" habe jedoch keinerlei Auswirkung auf den Rest der Studie. Die Zahlen zu Ein- und Auspendlern dienten unter vielen anderen Daten im einleitenden Kapitel der Analyse dazu, den "Makrostandort Konz" zu beschreiben. Das eigentliche Kern-Thema der Studie ist die Situation des Konzer Einzelhandels: Sie liefert aktuelle Daten zu Einzelhandelsbetrieben, der Kaufkraft vor Ort, zu Leerständen und zu deren Entwicklungspotenzial. Darüber hinaus enthält sie Handlungsempfehlungen, die dem Konzer Einzelhandel aus seiner schwierigen Situation helfen sollen. 2005 verzeichnete Konz nur noch 2596 Ein- und 3579 Auspendler. Die verringerte Zahl der Einpendler dürfte unter anderem auf die Schließung der Kuag Ende Juni 2005 zurückzuführen sein. 140 Arbeitsplätze gingen dadurch verloren.

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