Die Zeit der Eichenprozessionsspinner ist vorbei. Nun ist bekannt, wie teuer die Plage insgesamt war.

Kostenpflichtiger Inhalt: Teure Plage : Giftige Raupen in der Region: Was die Entfernung gekostet hat

Die Zeit der Eichenprozessionsspinner ist vorbei. Nun ist bekannt, wie teuer die Plage insgesamt war, mit der sich in den vergangenen Monaten die Ordnungsämter und Fachfirmen herumgeschlagen haben.

Die Raupen eines Nachtfalters haben dieses Jahr die Schädlingsbekämpfer in der Region auf Trab gehalten: Die Rede ist vom Eichenprozessionsspinner. Weil es im Sommer sehr trocken war und der Falter dieses Klima zum Leben braucht, hat er sich in manchen Bereichen – besonders dort, wo viele Eichen stehen – breitgemacht. Was sich zunächst nicht weiter schlimm anhört – was soll so ein Falter schon bewirken? – entpuppte sich in diesem Sommer jedoch über mehrere Monate als Plage. Denn die Brennhaare der Raupen sind giftig. Sie lösen bei Mensch und Tier al­lergische Reaktionen aus: Hautausschläge, Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut, Husten, Asthma und Bronchitis. So kursierten zwischen Mai und August mehrere Berichte von Opfern der Giftraupe – zum Beispiel die eines Pferdes aus Serrig, das sich riesige Pusteln zugezogen hatte oder die eines vierjährigen Jungen aus Wittlich, der tagelang mit Cortisonsalbe behandelt werden musste, weil die allergische Reaktion so schwer war.

Die Ordnungsämter hatten deshalb viel zu tun, denn die Verwaltungen mussten die Bürger im Rahmen der Gefahrenabwehr vor den Raupen schützen. Deshalb wurden Warnschilder an den betroffenen Orten aufgestellt. Viele auf Plätzen in der VG Konz – zum Beispiel am Parkplatz vor dem Freilichtmuseum Roscheider Ho und in der Nähe von Kindergärten sowie Schulen. Die Konzer Verwaltung hat wie andere  auch Spezialfirmen damit beauftragt, die Nester der Raupen von öffentlichen Flächen zu entfernen. Zunächst wurden Kindergärten und Schulen, dann Friedhöfe, Parkplätze und weitere viel genutzte Plätze angegangen.

Die Kosten in der VG Konz Nun nach Ende des Sommers, nachdem die Raupen zu Faltern geworden sind, steht auch fest, wie viel das Ganze gekostet hat – zumindest in der Verbandsgemeinde Konz. Am Donnerstag geht es bei der Sitzung im Verbandsgemeinderat Konz ab 18 Uhr unter anderem darum, 60 000 Euro außerplanmäßig für das laufende Jahr bereitzustellen. Diese Summe werde wegen der Kosten für die Entfernung der Nester zusätzlich für den Haushaltspunkt Ordnungsangelegenheiten/Gefahrenabwehr gebraucht. Dass sich der VG-Rat vor Jahresende so konkret mit diesen Kosten beschäftigen kann, begründet Verwaltungssprecher Michael Naunheim folgendermaßen: „Wie erwartet laufen derzeit keine weiteren Meldungen mehr ein – die akute Gefahr ist bekannterweise während der Raupenfraßzeit von Mai bis August am größten.“ Daher gehe die Verwaltung davon aus, dass keine weiteren Kosten hinzukämen. In der VG Konz seien besonders Tawern, Wiltingen, Oberbillig, Wawern sowie die Konzer Stadtteile Oberemmel und Könen sowie das Wohngebiet Roscheid betroffen gewesen. „Wenig beziehungsweise gar nicht betroffen waren Nittel, Onsdorf, Temmels und Wellen“, sagt Naunheim.

So sieht rund um Saarburg und im Hochwald aus In Saarburg kamen die Raupen ebenfalls ortsübergreifend vor. Die Prioritäten wurden dort ähnlich wie rund um Konz abgearbeitet. Christian Kewenig von der VG-Verwaltung sagt, dass fast jede Eiche in der ehemaligen VG Saarburg befallen gewesen sei. Im Bereich der ehemaligen VG Kell sei das Problem nicht so flächendeckend gewesen. Die Nester, die dort gefunden worden seien – zum Beispiel zehn Stück in Kell am See – seien auch nicht so groß gewesen. Mit dem Ausmaß in Saarburg sei das nicht zu vergleichen gewesen. In Saarburg-Kahren seien zum Beispiel an einer riesigen Eiche, einem Naturdenkmal, 103 Gespinste gefunden worden, erzählt Kewenig. Die Säuberung dieses Baumes habe einen Tag gedauert und koste die VG 1500 Euro. Normalerweise koste die Säuberung einzelner Bäume zwischen 50 und 250 Euro, erklärt Kewenig weiter. Die Verwaltung sei zurzeit dabei, alle Kosten zusammenzustellen. In der VG Hermeskeil hat der Spinner keine größeren Probleme bereitet. Der Grund: Das Eichen-Vorkommen im Hochwald sei relativ gering, hat das Forstamt Hochwald erklärt.

Ausblick Ob sich die giftigen Raupen auch in den kommenden Jahren ausbreiten, lässt sich laut der Konzer Verwaltung kaum voraussagen: „In Trockenjahren – so wie 2018 und auch 2019 – kann es zu Massenvermehrungen kommen. Wir können jedoch keine Vorhersagen für die Zukunft machen“, sagt Naunheim. Damit die Verwaltung künftig  eine höhere finanzielle Planungssicherheit habe, sei vorgesehen, in künftigen Haushalten einen neu zu bildenden Posten mit Mitteln zur Gefahrenabwehr einzustellen.

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