Die Zukunft heißt Mischwald

SCHILLINGEN. Nachdem sich alle Betriebe im Forstrevier Schillingen - im Zuge der Neueinrichtung ihrer Wälder - für eine naturnahe Bewirtschaftung ausgesprochen haben, wurde unter der Leitung von Revierförster Michael Marx mit den Arbeiten begonnen.

"Im Forstrevier Schillingen sollen im nächsten Jahrzehnt 50 Hektar Buchen-Voranbauten realisiert werden", erzählt der zuständige Förster, Michael Marx, im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund . Eine große Herausforderung der nächsten Jahrzehnte sei der Umbau der Fichten-Reinbestände in ökologisch und ökonomisch wertvolle, stabile und risikoärmere Mischbestände, die Sturm und Käferbefall trotzen sollen. "Die Fichte soll hierbei auf natürliche Weise durch streifenweise Ernte der Altfichten verjüngt werden", erzählt Marx. Von zentraler Bedeutung für das Heranwachsen naturnäherer und risikoärmerer Folgewälder sei die Vorausverjüngung der Buche. Sie werde in der ersten Generation auf künstlichem Wege, sprich durch Pflanzung, in die älteren Fichtenbestände eingebracht. Dabei sollen, in kleinen Gruppen von je 50 Pflanzen mit einem Durchmesser von fünf bis sechs Zentimetern, nach dem Prinzip "im Dunklen an die hellste Stelle" 20 so genannte Klumpen pro Hektar entstehen. Dies entspräche 1000 Pflanzen pro Hektar. Wichtig sei, dass die Buche im Schatten der Altfichten einen Wuchsvorsprung von mindestens 20 Jahren erhalten müsse, bevor die Fichten gefällt werden.Per Kleinversuch zum richtigen Verfahren

Da sowohl die natürliche Verjüngung aller Baumarten als auch die Pflanzung von Laubholz im Rotwildkerngebiet nicht unproblematisch sei, werden verschiedene Möglichkeiten in Kleinversuchen durchgeführt, dokumentiert und analysiert. Die Auswahl des Verfahrens werde einerseits von den Kosten, andererseits aber auch von der Rotwilddichte in dem betreffenden Bezirk bestimmt, sagt Marx. Eine Möglichkeit sei die Pflanzung von kleineren Buchen im Schutz eines Stahl-, Holz-, oder Polyäthylen-Zaunes, eine andere die Pflanzung mittelgroßer Buchen mit Einzelschutz des Terminaltriebes. Weitere Alternative: die Pflanzung von weniger von Verbiss bedrohten Buchen-Wildlingen. "Bei dem aktuellen Versuch handelt es sich um die Pflanzung von Buchen-Großpflanzen, den so genannten Heistern", sagt Marx. "Sie können ohne Einzel- oder Zaunschutz gepflanzt werden. Die Größe des Pflanzloches erfordert den Einsatz eines Kleinbaggers. Wichtig ist, dass der richtige Standort für die Klumpen gewählt wird." Dieser werde markiert, die Wurzel der jungen Buchen unbeschadet und ohne Stauchungen und Quetschungen in das Pflanzloch eingebracht. Die Buchengruppe kann dann ohne Gefährdung in die gegenseitige Qualifizierungsphase eintreten. Das System der Buchenheister sei nicht so kostenintensiv. Die Kosten belaufen sich auf 2000 bis 2500 Euro pro Hektar, erläutert Marx. Bei allen Varianten ist ein Abzug an Förderung von 750 Euro pro Hektar einzukalkulieren.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort