Die zweite Fahrspur kommt wieder

Das Experiment dauerte knapp drei Monate, doch jetzt ist die Testphase mit einer nur einspurigen Verkehrsführung im Bereich Koblenzer Straße/Saarstraße in Hermeskeil vorbei. Heute werden die provisorischen Markierungen wieder entfernt. Eine dauerhafte Lösung ist frühestens 2016 in Sicht.

Hermeskeil. "Der Test war eminent wichtig. Wir haben jetzt in der Praxis gesehen, dass es besser läuft als vorher." Zu diesem Schluss kommt Stadtbürgermeister Udo Moser mit Blick auf das große Verkehrsexperiment im Bereich Koblenzer Straße/Saarstraße. Rund 10 000 Fahrzeuge sind auf diesem Teil des Innenstadtrings täglich unterwegs.
Seit Anfang Juli galten dort neue Regeln. Knapp drei Monate lang lief der Verkehr auf diesem Abschnitt nicht mehr auf zwei Spuren, sondern nur noch auf einer. Stattdessen wurden am Fahrbahnrand mit gelben Markierungen Park- und Ladezonen vor Geschäften oder der Volksbank geschaffen. Rückblickend könne man das Fazit ziehen, dass die neue Verkehrsführung auf "große Akzeptanz" bei den Bürgern gestoßen ist. Das sagt Arnold Eiden, Leiter der Straßenmeisterei Hermeskeil.
Etwa zur Halbzeit der Testphase hatte es punktuelle Veränderungen gegeben. So wurde die Sperrung der Alten Poststraße wieder aufgehoben. Autofahrer konnten danach wieder von der Saarstraße nach links abbiegen, um auf den großen Parkplatz vor dem Rewe-Markt zu kommen. Vor allem wurde aber an der Schnittstelle Koblenzer Straße/Fußgängerzone eine mobile Fußgängerampel aufgestellt. Vorher hatte sich nämlich in den ersten Wochen der Testphase gezeigt, dass Fußgänger bei permanent fließendem Verkehr mitunter längere Zeit warten mussten, bevor sie die Straße überqueren konnten.
Nachdem die mobile Ampel aufgestellt war, führte das aus Sicht der Autofahrer bei Rot zwar häufiger zu Rückstaus bis in die Saarstraße. Diese lösten sich aber schnell wieder auf, wenn die Ampel auf Grün umsprang.
Trotz der überwiegend positiven Erfahrungen aus dem Probebetrieb werden am heutigen Montag die provisorischen Markierungen wieder entfernt. Es gilt danach wieder der alte Zustand mit einer zweispurigen Verkehrsführung in Koblenzer Straße und Saarstraße. Das hatte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier als eigentlicher Initiator der Testphase auch von Anfang an so angekündigt.
Der Hermeskeiler Stadtrat hatte zwar Anfang September den Wunsch geäußert, dass die einspurige Verkehrsführung beibehalten und aus dem Provisorium eine Dauerlösung wird. Diesen Antrag hat der LBM aber abgelehnt. "Gerade im Winter wäre es schwierig geworden, die Flächen für die Fahrspur und die Parkzonen zuzuordnen. Es wüsste dann keiner mehr, wo er fahren sollte. Wir haben ja auf der Straße nur eine Baustellen-Markierung, die auch noch ständig unterhalten werden müsste. Wirtschaftlich ist das nicht zu machen", sagt Eiden. Moser hat für dieses Argument Verständnis: "Es ist klar, dass die Markierung nicht über den Winter betrieben werden kann und Gefahren birgt", sagt der Stadtbürgermeister.Extra

Langfristig wollen sowohl der LBM als auch die Stadt wieder zur einspurigen Verkehrsführung in diesem Bereich des Innenstadtrings zurückkehren. Das soll geschehen, wenn dieses Teilstück der Koblenzer Straße und die Saarstraße ausgebaut und damit dauerhaft neu gestaltet werden. Die Koblenzer Straße ist Teil der Bundesstraße 327. Bei ihr ist es so, dass der LBM zunächst 2014/2015 den Abschnitt von der Einmündung St. Josef-Straße (Krankenhaus) stadtauswärts auf Vordermann bringen wird. Das Teilstück der jetzigen Testphase bis zur Einmündung Züscher Straße könnte somit frühestens 2016 an die Reihe kommen, sagen Arnold Eiden und LBM-Mann Lambert Norta. Die Kosten für die neue Fahrbahn in der Koblenzer Straße übernimmt der Bund. Bei der Saarstraße sieht das anders aus. Wenn sie 2016 neu gemacht würde, müsste das die Stadt finanzieren. ax