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Landwirtschaft: Diese Frau macht einen Wincheringer Hof berühmt

Landwirtschaft : Diese Frau macht einen Wincheringer Hof berühmt

Cathrin Hurth präsentrierte ihren elterlichen Betrieb in Berlin. Sie zeigte Politikern und Schülern, wie moderne Landwirtschaft geht.

Sie brachte ihren elterlichen Betrieb auf die Grüne Woche nach Berlin: Cathrin Hurth aus Wincheringen war als einer von rund 100 Agrarscouts auf der Grünen Woche in der Bundeshauptstadt eingesetzt. Agrarscouts sind Landwirte und Agrarstudenten, die vom Forum Moderne Landwirtschaft dazu ausgebildet werden, auf Verbraucher zuzugehen, sich ihren Fragen zu widmen und mit ihnen in einen Dialog über die Landwirtschaft zu treten.

Sie verfolgen das Ziel, die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern und auch den Städtern die Landwirtschaft näherzubringen. Cathrin Hurth hat einen Bachelor in Agrarwirtschaft und einen Master in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert. Hauptberuflich ist sie im Marketing einer der weltweit größten Pflanzenschutz- und Saatguthersteller tätig.

Für die Teilnahme an der Grünen Woche musste sich die junge Frau aus Wincheringen bewerben und wurde unter 400 ausgebildeten Scouts ausgewählt. Das fachliche Wissen hierfür bringt sie durch ihr Studium und  der Arbeit im elterlichen Betrieb mit. Zur Rhetorik und dem Umgang mit kritischen Fragen wurde sie eigens durch das Forum Modene Landwirtschaft geschult.

Mit diesem Handwerkszeug zog sie los in die Hauptstadt. Ihre Motivation macht die 26-Jährige schon vorher deutlich: „Ich möchte, dass nicht nur über uns, sondern mit uns gesprochen wird.“ Auch wenn sie auf den Umgang mit kritischen Fragen vorbereitet wurde, blieben diese überraschenderweise aus. Die Protestanten blieben doch lieber vor den Türen.

Besonders viele Interessenten zog der auf der Messe eingerichtete Erlebnisbauernhof an. Hier konnten die Besucher bei einer Führung über ein Gehöft Einblicke in die Arbeit der Landwirte gewinnen. Doch wie kommt ein Bauernhof in die Hallen der Messe Berlin? Neben Landmaschinen wie Traktoren und Sämaschinen wurden auch verschiedene Tiere wie Schweine und Kälbchen in der Halle untergebracht. Die Jugendlichen konnten etwa auf dem Traktor und mitten auf dem Futtertisch sitzen oder unterschiedliche Tiere streicheln.

Auch die Technik spielte beim Erlebnisbauernhof eine große Rolle: In drei Containern mit den Mottos Ackerbau, Tierhaltung und Gemüsebau wurde eine visuelle Führung mittels eines iPads ausgearbeitet. Hielt man das Tablet an den jeweiligen Gegenstand, so bekam der Besucher detaillierte Informationen über diesen. Hierdurch wurde dem Teilnehmer mitten in der größten Stadt Deutschlands ein authenthisches Bild der modernen Landwirtschaft vermittelt.

Das Ziel war für Cathrin Hurth klar: „Wir wollen die Schüler spielerisch an die Landwirtschaft heranführen.“ Der Erlebnisbauernhof entfachte rundum Begeisterung. Während die Mädchen am meisten Spaß an den Kälbchen und Schweinen hatten, war für die Jungen besonders die Technik beeindruckend. Für die Jungs aus der Stadt war es kaum vorstellbar, wie groß Landmaschinen sein können. Doch nicht nur Schüler fanden den Weg auf den Bauernhof: Mit Carina Konrad und Andreas Steier führte Hurth auch zwei Bundestagsabgeordnete über die Farm.