Diese Schäden hat Sturmtief „Sabine“ im Kreis Trier-Saarburg angerichtet

Kostenpflichtiger Inhalt: Sturmtief im Raum Konz, Saarburg, Hochwald : Blockierte Straßen, umgestürzte Bäume, Orte ohne Strom - Diese Schäden hat „Sabine“ im Kreis Trier-Saarburg angerichtet (Fotos)

Rund 40-mal sind die Feuerwehren in den Verbandsgemeinden Konz, Saarburg-Kell und Hermeskeil wegen des Sturms ausgerückt. Rund 1800 Menschen waren ohne Strom, zahlreiche Schulen blieben geschlossen.

Das Sturmtief Sabine ist zum Teil mit Geschwindigkeiten von etwa 110 Kilometern pro Stunde über die Region gefegt und hat vielerorts Straßensperrungen und Stromausfälle verursacht. Menschen wurden nicht verletzt. Der TV gibt einen Überblick über die Auswirkungen und Schäden im Raum Konz, Saarburg, Hochwald.

Einsatzbilanz Die Technische Einsatzleitung des Kreises Trier-Saarburg war laut Pressesprecherin Nicole Schumacher von Sonntagabend, 18 Uhr, bis Montagmorgen, 3.30 Uhr, permanent besetzt. Insgesamt hätten in der Nacht zu Montag im Kreisgebiet 200 Feuerwehrleute mitgeholfen. Unter anderem seien die Feuerwehreinsatzzentralen der Verbandsgemeinden permanent besetzt gewesen. In Konz hatte ein Unwetter-Löschzug Bereitschaft, der zum Einsatz gekommen wäre, wenn ein Mensch hätte gerettet werden müssen.

Zu wie vielen Einsätzen die Wehren insgesamt ausrücken mussten, sei nicht zu beziffern, sagt Schumacher. Die meisten Einsätze seien auf umgestürzte Bäume oder herabgestürzte Äste zurückzuführen. Umgestürzte Bäume seien auch die Ursache für Stromausfälle in den Verbandsgemeinden Hermeskeil und Trier-Land gewesen. Dort waren die Orte Hinzert-Pölert, Beuren, Reinsfeld, Hermeskeil sowie Welschbillig und Zemmer betroffen. Insgesamt waren laut Schumacher 1750 Menschen zeitweise ohne Strom. „Um 2 Uhr war die Versorgung wieder hergestellt“, sagt sie. Insgesamt seien die höheren Lagen schwerer vom Sturm getroffen worden.

Zwei besondere Einsätze gab es in der VG Hermeskeil: Am Krankenhaus wurden beschädigte Dachkuppeln gesichert. An einem Haus in Beuren stellte die Feuerwehr per Drehleiter Dachteile sicher, die herabzufallen drohten. In der gesamten VG rückten die Wehren laut Wehrleiter Daniel Bredel 17-mal aus.

Die Feuerwehr der Stadt Konz hat einen Bauzaun in Karthaus zurückgestellt, der auf die Brunostraße geweht worden ist. Foto: TV/Feuerwehr Stadt Konz

Dass auch Tallagen zum Teil betroffen waren, zeigen die Einsätze der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Konz wegen umgestürzter Bäume und wegen eines davongewehten Bauzauns in Karthaus. Insgesamt sind die Feuerwehren in der VG Konz laut Wehrleiter Mario Gaspar 15-mal ausgerückt – unter anderem in Konz, Könen, Oberemmel, Tawern und Wasserliesch. 

Die Feuerwehren der VG Saarburg-Kell waren achtmal im Einsatz – siebenmal wegen umgestürzter Bäume. In Wincheringen ist das Dach eines Gartenhauses auf ein Nachbargrundstück geflogen.


Straßensperrungen  Im gesamten Raum Konz, Saarburg, Hochwald waren mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Die meisten wurden jedoch im Laufe des Montagmorgens freigeräumt. Die L146 am Rösterkopf bei Reinsfeld und die Kreisstraße zwischen Kell am See und Grimburg waren hingegen längere Zeit nicht passierbar. „Zurzeit ist es dort noch zu gefährlich, um mit dem Aufräumen zu beginnen“, sagte Wolfgang Wahlen von der Master-Straßenmeisterei Hermeskeil am Vormittag auf TV-Nachfrage. Mit schwerem Gerät und der Unterstützung des Forsts wurden laut Wahlen auf der B 268 bei Zerf umgestürzte Bäume entfernt. Die Bundesstraße war für einige Stunden gesperrt. Wahlen schätzt, dass sich die Aufräumarbeiten auf einigen Strecken aufgrund der Wetterlage noch bis zum Dienstag hinziehen werden. Seine Mitarbeiter seien seit Sonntagabend, 17.30 Uhr, im Dauereinsatz.

Auf das Baugerüst an der Saar-Mosel-Halle in Konz hat der Sturm ein Teil eines Abluftrohrs geweht. Foto: TV/Josef Goebel

Auf der Internetseite des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz war am Nachmittag gegen 16 Uhr nur noch eine witterungsbedingte Sperrung im Hochwald verzeichnet: die K85 entlang des Sportplatzes Bescheid (VG Hermeskeil).


Schulen
Die Realschule plus mit Fachoberschule in Konz hat sich am Sonntagnachmittag den Trierer Gymnasien angeschlossen und den Unterricht sturmbedingt komplett ausfallen lassen. Das gab die Schule auf ihrer Internetseite bekannt. Schulleiter Martin Lautwein sagte im Gespräch mit dem TV: „Das hat so gut funktioniert, dass kein einziger Schüler gekommen ist.“ Die Lehrer hätten hingegen gearbeitet, sagt er.

Die weiterführenden Schulen in Hermeskeil sowie die Gymnasien in Saarburg und Konz haben es den Schülern offengelassen, ob sie kommen oder nicht. Beim Saarburger Gymnasium hieß es am Montagmorgen, dass einige Schüler nicht gekommen seien, der Unterricht aber laufe. An der IGS Hermeskeil hieß es, dass ungefähr die Hälfte der Schüler da gewesen sei. Wolfgang Leyes, Schulleiter des Konzer Gymnasiums erklärte, dass weniger als die Hälfte der Schüler anwesend gewesen seien. Die Schüler würden stufenweise betreut und sinnvoll beschäftigt. Normalen Unterricht gebe es aber nicht. Dass viele Schüler nicht kamen, lag auch daran, dass die meisten Zug- und einige Busverbindungen wegen des Sturms ausgefallen sind.


Wald Das Forstamt Saarburg hat laut Forstamtsleiter Helmut Lieser am Montag alle Mitarbeiter aus den Wäldern abgezogen. „Die Situation ist noch völlig unübersichtlich, und das Risiko für unsere Leute ist noch viel zu hoch“, sagte Lieser. Sobald sich die Wetterlage entspanne, würden die Forstarbeiter die Wege abfahren und darauf gestürzte Bäume entfernen. Thomas Vanck, Leiter des Forstamts Hochwald, rechnete damit, dass eine „brauchbare Einschätzung der Situation“ nicht vor Mittwoch möglich sei.

Die Böden seien aufgeweicht, der Wald insgesamt instabil. Deshalb raten beide Forstamtsleiter Bürgern, dem Wald in den kommenden Tagen fernzubleiben. Sorgen bereite dem Forst zusätzlich, dass aufgrund des Borkenkäferbefalls im vergangenen Sommer sehr viele Bäume gefällt worden seien. Diese Waldflächen, von denen einige südwestlich in der Haupt-Windrichtung lägen, seien für Stürme nun besonders anfällig. „Das ist eine zusätzliche Gefahr. Da werden noch einige Bäume mehr umfallen, als sonst zu erwarten wäre“, sagte Helmut Lieser.

Die Verwaltung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald forderte bereits am Sonntag per Pressemitteilung auf, das Nationalparkgebiet in den kommenden Tagen „weiträumig zu meiden“. In den Bäumen hängengebliebene abgebrochene Äste könnten auch Tage nach dem Sturm noch herabfallen.