"Diese soziale Regelung ist einmalig"

"Diese soziale Regelung ist einmalig"

BALDRINGEN. Der Höhenzug Dreikopf auf Lampadener und Pascheler Gebiet soll der einzige Standort von Windrädern in der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See sein - so entschied der VG-Rat im November 2002. Baldringen will dennoch um die Windenergie kämpfen.

"Es bringt wenig, viel darüber zu reden. Wir müssen handeln, denn die Situation zwingt uns dazu." Baldringens Ortsbürgermeister Willi Emser will die Windenergie in seine Ortsgemeinde bringen und wird von der Mehrheit seiner Mitbürger unterstützt."Wir haben eine Bürgerbefragung durchgeführt. 83 Prozent der Befragten waren für die Windkraft", erläutert Emser im TV -Gespräch. "Der Bauantrag eines Investors für zwei Anlagen liegt vor."Eine schwierige Ausgangssituation für den Bürgermeister und seine Ortsgemeinde, denn die Pläne der VG und des Landkreises sehen keine Windkraft in Baldringen vor. Das ist Willi Emser klar. "Wir rechnen mit einem ablehnenden Bescheid." Diesen will man aber nicht einfach so hinnehmen. "Der Rechtsweg ist nicht ausgeschlossen."Emser ist seit 14 Jahren Bürgermeister von Baldringen. Der Berufssoldat im Ruhestand beschäftigt sich schon lange mit dem Thema "Windkraft". "Ich gebe zu, dass anfangs das Geld dabei die Hauptrolle spielte", sagt er heute. "Der Umweltgedanke kam später dazu."Bezogen auf die Steuerkraft je Einwohner stehe Baldringen innerhalb der VG Kell am See mit 194,44 Euro pro Kopf an letzter Stelle und erreiche noch nicht einmal die Hälfte des Landesdurchschnitts. "Da wird es zur Pflicht, sämtliche Einnahmequellen auszuschöpfen."Und das könnte so aussehen: "Wir haben mit dem Investor zusammen ein Finanzierungsmodell ausgearbeitet, von dem nicht nur die Grundstückseigentümer profitieren, auf deren Flächen die Anlagen stehen, sondern die gesamte Ortsgemeinde." Die "vom Investor jährlich zugesagten 12 500 Euro für jedes Windrad" sollen nach diesem Modell gedrittelt werden.4000 Euro wären für den Ortsgemeindehaushalt bestimmt, 4500 Euro für die Grundstückseigentümer und die Besitzer der im unmittelbaren Umfeld liegenden Grundstücke und 4000 Euro für alle Grundstückseigentümer, die nach dem Abgabengesetz oder dem Baugesetzbuch Ausbau- oder Erschließungsbeiträge zahlen müssen.Weder die Ortsgemeinde noch der Investor sollen diese Gelder verwalten. "Das sollte die Aufgabe einer Genossenschaft oder einer ähnlichen Körperschaft werden", erläutert Willi Emser. "Der Investor ist mit diesem Verteilungsmodus einverstanden." Die Kommunalaufsicht allerdings nicht. "Dabei ist diese soziale Regelung einmalig. Die Diskussion ist noch nicht beendet." Morgen beschäftigt sich "Trier-Saarburg - ganz nah" mit dem Motorsportclub Zerf.

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