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"Diese Strecke verzeiht keine Fehler"

"Diese Strecke verzeiht keine Fehler"

Im Vorfeld der Landtagswahl haben die politischen Vertreter der Verbandsgemeinden Ruwer und Kell am See mit einem gemeinsamen Appell nach Mainz einer alten Forderung Nachdruck verliehen. Sie verlangten erneut den raschen Ausbau der Landesstraße (L) 143 zwischen Kell und Pluwigerhammer.

 Die Fahrbahn der L 143 hat im Laufe der Zeit an einigen Stellen stark gelitten. Das gilt beispielsweise für die enge und kurvige Gefällstrecke nahe Pluwigerhammer. TV-Foto: Axel Munsteiner
Die Fahrbahn der L 143 hat im Laufe der Zeit an einigen Stellen stark gelitten. Das gilt beispielsweise für die enge und kurvige Gefällstrecke nahe Pluwigerhammer. TV-Foto: Axel Munsteiner

Kell am See/Waldrach. Die Strecke ist eng, sie hat viele Kurven sowie etliche Flickstellen und Risse in der Fahrbahn. So lautet die Kurzbeschreibung der L 143 auf dem 13 Kilometer langen Abschnitt zwischen Kell und Pluwigerhammer. Rund 2300 Autofahrer sind dort täglich unterwegs. Kommunalpolitiker aus den beiden VG Kell und Ruwer beklagen schon seit langem ihren schlechten Zustand, der bislang aus ihrer Sicht nur punktuell verbessert wurde - etwa im Einmündungsbereich zur Kreisstraße 43 nach Lampaden.

Erst im Herbst 2010 hatte der Keller VG-Rat eine Resolution zum Ausbau der L 143 verabschiedet (der TV berichtete).

Politiker aus der VG Ruwer haben sich dieser Forderung bei einem Treffen am Donnerstagabend angeschlossen. "Wir sind in hohem Maße an einer Verbesserung interessiert. Denn sie ist auch für unsere Bürger eine wichtige Verbindungsstrecke, die es aber in sich hat und gefährlich ist", sagt Bürgermeister Bernhard Busch (FWG). Sein Amtskollege Werner Angsten (CDU) betont, dass die L 143 eine "zentrale Bedeutung für die Infrastruktur des Keller Raums hat. Denn auf ihr fahren die Pendler aus den Orten Kell, Schillingen, Heddert, Waldweiler und Mandern zur Arbeit.

Angsten erinnerte daran, dass schon seit 1991 über den Ausbau der L 143 gesprochen wurde. Er wurde bisher aber nicht verwirklicht, was unter anderem mit planungsrechtlichen Problemen zusammenhängt.

So befindet sich auf dem Abschnitt zwischen Heddert und Hinzenburg ein FFH-Schutzgebiet. Busch spricht in diesem Zusammenhang von "20 Jahren Irrungen und Wirrungen". Hedderts Ortsbürgermeister Josef Wagner fasst es im TV-Gespräch so zusammen: "Natürlich wünschen sich die Leute im Dorf, dass die Straße neu gemacht wird. Weil wir bisher aber immer nur vertröstet wurden, haben schon viele den Glauben daran verloren."

Aus Sicht der Polizei ist die L 143 eine Strecke, auf der Handlungsbedarf besteht. Michael Wahlen, Leiter der zuständigen Polizeiinspektion Hermeskeil, wies darauf hin, dass die Unfallzahlen seit 2005 permanent zugenommen haben. Im vorigen Jahr wurden zwischen Kell und Pluwigerhammer 32 Kollisionen gezählt. "Diese Straße verzeiht keine Fehler", so die Einschätzung Wahlens.

Dass sich durch eine Sanierung die Unfallgefahr verringert, verdeutlicht der PI-Leiter am Beispiel der L 147 zwischen Hermeskeil und Gusenburg. Diese Strecke wurde 2007 ausgebaut. Von vormals 19 ist die Zahl der Unfälle dort auf null zurückgegangen. Vertreter des Mainzer Verkehrsministeriums beziehungsweise des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier hatten die Einladung zu dem Termin abgesagt. Die Pressestellen beider Behörden verwiesen am Freitag auf TV-Anfrage darauf, dass der "grundsätzliche Sanierungsbedarf" der L 143 schon 2009 von der Landesregierung bestätigt worden sei.

Das Geld für den Straßenbau stehe aber nicht unbeschränkt zur Verfügung. Im Vergleich zu anderen Landesstraßen werde die Dringlichkeit einer Sanierung - zumindest für den Abschnitt von Schillingen bis Pluwigerhammer" "noch nicht als prioritär bewertet".

Wann dieses Teilstück neu gemacht wird, steht also weiter in den Sternen. Laut LBM und Land laufen aber in der Ortsdurchfahrt Schillingen Mitte 2011 Sanierungsarbeiten an. Der Ausbau der circa drei Kilometer langen freien Strecke zwischen Kell und Schillingen ist für 2012 vorgemerkt. Insgesamt ist die L 143 nach Auffassung von Ministerium und LBM in einem "verkehrssicheren Zustand".