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Digitaler Streik bei Kitas, Bundeswehr und Theater

Saarburg/Trier : Digitaler Streik bei Kitas, Bundeswehr und Theater

Der Schwerpunkt der Warnstreiks, zu denen Verdi die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst in der Region Trier für Dienstag aufgerufen hat, lag in Trier. So waren die beiden städtischen Kitas Alter Garten in Alt-Tarforst und Estricher Weg wegen des Streiks geschlossen.

Laut dem Verdi-Geschäftsführer im Bezirk Region Saar Trier, Thomas Müller, haben zudem 70 der 120 Bediensteten der Wehrtechnischen Dienststelle 41 der Bundeswehr die Arbeit am Dienstag niedergelegt. Ebenfalls im Ausstand hätten sich 40 der 48 Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts befunden. Müller sagt: „Das waren Mitarbeiter aus dem Hintergrunddienst. Die Schleusen haben wir beim Warnstreik nicht dicht gemacht. So etwas hat immer Auswirkungen bis Rotterdam.“ Im Theater Trier waren Tarifbeschäftigte, Azubis und Praktikanten zum Streik aufgerufen worden. Deshalb fiel am Abend eine Vorstellung aus. In den Arbeitsagenturen und Jobcentern der Region haben sich laut Müller insgesamt 45 Mitarbeiter am Streik beteiligt.

Im Krankenhaus Saarburg waren die 52 Azubis zum Warnstreik aufgerufen worden. Laut Anke Longen, Pressesprecherin der Klinik, sind die Auszubildendem dem Aufruf jedoch nicht gefolgt. Im Saarland waren laut Gewerkschaftssekretärin Lisa Summkeller hingegen 250 bis 300 Azubis im Ausstand. In der Öffentlichkeit war von den Streikenden nichts zu sehen. Verdi hatte aufgrund der Pandemie von Aktionen abgesehen. Summkeller sprach von einem Sofastreik. Am Theater war von einem digitalen Streik die Rede.

Verdi fordert für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent und eine Entlastung durch freie Tage. Die Arbeitgeberseite hat eine Erhöhung der Endgelte über drei Jahre hinweg von zwei Mal einem Prozent und einmal 1,5 Prozent angeboten. Ab Donnerstag wird weiter verhandelt.