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Digitales Angebot im Hochwald: Wo Familien kochen virtuell mit anderen

Neues digitales Angebot : Bananen-Pancakes und Omas Wasserspatzen – Wo Hochwälder Familien virtuell mit anderen kochen

Eltern und ihren Kindern durch den Alltag helfen, vor allem in schwierigen Corona-Zeiten – dafür engagiert sich das Hermeskeiler Familiennetzwerk Hafen. Dessen neuestes Projekt ist eine Internetgruppe für große und kleine Hobbyköche, die auf viel Zuspruch stößt und bei der sogar Exil-Hochwälder mitmischen.

Etwas Ablenkung vom Corona-Alltag – das können vor allem Familien derzeit gut gebrauchen, die seit Monaten Kinderbetreuung, Fernunterricht und Home Office unter einen Hut bringen müssen. Das Hochwälder Familiennetzwerk Hafen hat jetzt ein neues Projekt auf die Beine gestellt, das für entsprechende Abwechslung sorgen soll. Und zwar rein virtuell und kontaktlos über das soziale Netzwerk Facebook.

Dort gibt es seit Mitte Januar die Gruppe „Digitales Kochen und Backen im Hochwald“, in der Hobbyköche ihre Rezepte austauschen und darüber plaudern können. Die Idee dazu hatten Hafen-Koordinatorin Karen Alt und Kerstin Bettendorf vom Hermeskeiler Mehrgenerationenhaus (MGH). „Wir hatten verschiedene Koch-Aktionen mit Familien geplant. Aber Corona hat diese Pläne erstmal durchkreuzt“, berichtet Karen Alt. Eigentlich habe man an frühere Aktionen wie das internationale Kochen im MGH anknüpfen wollen: „Da das nicht ging, haben wir überlegt, wie wir mit unseren Mitgliedern im Netzwerk trotzdem in Kontakt bleiben.“ Die Antwort: Es wird gekocht – aber eben nicht zusammen im Saal, sondern digital.

Aktuell hat die Gruppe schon mehr als 125 Mitglieder, die fleißig Rezepte teilen. Die reichen von veganen Spaghetti Carbonara über Traditionelles wie Omas Wasserspatzen (siehe Infobox) bis hin zu Kürbissuppe und Pute mit Kokos und Cashewkernen. Auch syrische und ungarische Gerichte finden sich in der Liste, außerdem Nussecken und Käsekuchen „nach Hunsrücker Art“.

Auch Jasmin Steinbach, Mutter von Drillingen aus Hermeskeil, hat schon Rezeptideen vorgestellt. Sie sei über die Kita mit dem Familiennetzwerk in Kontakt gekommen, berichtet Steinbach, und habe schon andere Angebote wie die Elterncafés genutzt. Das gemeinsame virtuelle Kochen sei „ein tolles Angebot, um den Alltag während der Pandemie etwas aufzupeppen“, findet sie. Da eines ihrer Kinder zur Risikogruppe zähle, verbringe die Familie momentan viel Zeit zu Hause. Durch die Koch-Gruppe sei es trotz aller Abstandsgebote möglich, „Teil von etwas zu sein und etwas zusammen zu machen“, lobt Steinbach.

Sie koche ohnehin häufig mit ihren Kindern, um ihnen den Zugang zu gesundem Essen zu zeigen. Beigesteuert haben die Steinbachs einfache Rezepte wie selbst gemachte Nudeln und Bananen-Pancakes. „Wir haben auch schon vieles aus der Gruppe nachgekocht. Es gibt schöne, alte Rezepte aus der Kindheit, die man wiederentdecken kann.“

 Eines seiner Lieblingsgerichte - raffiniert, aber einfach - hat Roland Hinzmann in der Facebook-Gruppe für Hobbyköche im Hochwald beigesteuert: Pute mit Kokos und Cashewkernen.
Eines seiner Lieblingsgerichte - raffiniert, aber einfach - hat Roland Hinzmann in der Facebook-Gruppe für Hobbyköche im Hochwald beigesteuert: Pute mit Kokos und Cashewkernen. Foto: Johanna Hinzmann

Maya Lüke ist gebürtige Hermeskeilerin, lebt aber seit 2008 mit ihrer Familie in Bonn. Über ihre Cousine Karen Alt ist sie zur Hobbyköche-Gruppe gestoßen und hat sich dort schon einige Inspiration geholt, wie sie sagt. „Gerade kocht eine Kürbissuppe auf dem Herd - das Rezept stammt aus der Gruppe“, verrät Lüke im Telefonat mit dem TV. Ihre Kinder, fünf und zwei Jahre alt, betreue sie neben dem Beruf schon eine zeitlang zu Hause: „Das ist nicht immer einfach.“ Da bringe das gemeinsame „Schnibbeln“ in der Küche willkommene Abwechslung. Ihr Sohn Milo helfe mit Begeisterung mit, auch beim Aufschreiben der Rezepte und beim Aussuchen der Fotos für Facebook.

Da es sich um eine geschlossene Gruppe handelt, müssen neue Teilnehmer von den Organisatorinnen erst einmal „freigeschaltet“ werden (E-Mail: Hochwaelder-familiennetzwerk@kita-ggmbh-trier.de oder K.bettendorf@mgh-johanneshaus.de). Grundsätzlich könne aber jeder mitwirken, sagt Karen Alt. „Weitere Mitstreiter und Rezepte sind jederzeit willkommen.“ Damit auch Menschen ohne Facebook-Zugang Rezepte teilen und nachkochen können, werden diese zusätzlich auf der Internetseite des MGH unter www.mgh-johanneshaus.de veröffentlicht.

Das digitale Kochen und Backen ist nicht das einzige Angebot, mit dem das Netzwerk Hafen Familien in der Pandemie unterstützt. Organisiert werden digitale Elternabende, Basteltipps über eine Whats-App-Gruppe, und im Frühjahr 2020 ging eine digitale Kita-Gruppe auf Facebook online. Dieses vielfältige Engagement gibt es allerdings nicht erst seit Corona. 2019 belegte das Hochwälder Netzwerk den zweiten Platz beim deutschen Kitapreis in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung“. Das vom Land geförderte Projekt vernetzt vier Kitas aus Hermeskeil und Beuren und wird von der katholischen Kita gGmbH, dem Mehrgenerationenhaus und der Pfarrei St. Franziskus unterstützt. Seit 2013 bietet Hafen Eltern im Raum Hermeskeil verschiedenste Freizeit-Aktivitäten, Kulturprojekte sowie Beratungs- und Betreuungsangebote an.