Digitalfunk für schnelle Retter

Hermeskeil. Im Computerraum der Integrierten Gesamtschule (IGS) Hermeskeil hängt ein riesiger Bildschirm. Darauf wird ein Lernprogramm vorgestellt, mit dessen Hilfe 260 Feuerwehrleute den Umgang mit der neuen digitalen Funktechnik lernen, die künftig die gesamte Rettungskette beschleunigen soll.

Die Feuerwehrleute sitzen anschließend an den Computern der Schule, um sich den Umgang mit dem neuen Funk anzueignen.

"Die Projektgruppe Digitalfunk im Innenministerium hat dieses Programm entwickelt", weiß Wehrleiter Christoph Borresch, für den diese Weiterbildung eine ganz normale Sache ist, denn: "Auf die Feuerwehr kommt ständig etwas Neues zu. Da ist diese Funkumstellung keine Ausnahme." Der Wehrleiter ist dankbar, dass die Schule ihren Computersaal für die Feuerwehr geöffnet hat.

Mit Stefan Willems von der Feuerwehr Hinzert und Bernd Nellinger von der Wehr in Rascheid stehen zwei kompetente Ausbilder zur Verfügung. "Mit dem neuen Digitalfunk können wir schneller am Einsatzort sein und sind besser vernetzt", erklärt Willems. 270 Funkstationen wurden landesweit errichtet. Der neue Funkmast am Hermeskeiler Wasserwerk versorgt die örtliche Polizei, Zoll, Feuerwehr und Rettungsdienste künftig mit digitalen Signalen. Die Wehrleute trauern der analogen Technik nicht nach. Zu viele Funklöcher, Rauschen und Knistern störten oft beim Einsatz, die Technik ist nicht abhörsicher, und was noch schlimmer ist, Retter an weit entfernten Einsatzorten können dazwischenquatschen.

Im neuen System kann die Integrierte Leitstelle in Trier Gruppen zusammenschalten. Die örtliche Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz bilden dann eine solche Einheit, und die ist dann "unter sich" und nur in Kontakt mit der Einsatzleitung. Bis der Probebetrieb im Mai anläuft, muss noch auf Kreisebene der Praxistest bestanden und die Zusammenarbeit mit Polizei und Co. trainiert werden. Bis 2013 soll die Umstellung von analogem auf digitalen Funk abgeschlossen sein. Bis dahin laufen das alte und neue System parallel.doth