Discos verboten!

MERZKIRCHEN. "Wir mussten die Notbremse ziehen", sagt Ortsbürgermeister Martin Lutz fast ein wenig entschuldigend, "aber es ging nicht mehr". Discos wird es in der Grillhütte nicht mehr geben.

Der Gemeinderat habe keine andere Möglichkeit gesehen als zu reagieren, sagt Lutz, nachdem die Grillhütte innerhalb eines Monats zwei Mal stark beschädigt wurde - beide Male wurde eine Disco veranstaltet. Während der beiden Partys seien unter anderem Fensterscheiben eingeschlagen und die neue - in Eigenleistung von Gemeinderatsmitgliedern erbaute - Toilettenanlage mit zwei Duschen stark beschädigt worden.Zudem sei die Hütte mit Pflastersteinen beworfen und ein Auto demoliert worden, erinnert sich der Ortsbürgermeister. "Als ich am nächsten Morgen die Schäden gesehen habe, hätte ich heulen können."In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat nun beschlossen, dem Vandalismus Einhalt zu gebieten und die Benutzung der Grillhütte durch Privatpersonen, Vereine und Firmen künftig nur für private Feiern wie Geburtstage, Jubiläen, Familienfeste, vereinsinterne Feiern und Veranstaltungen oder Belegschaftsfeiern zu gestatten.Erste Erfolge bei der Ermittlung der Täter

Den ortsansässigen Vereinen seien öffentliche Veranstaltungen gestattet, allerdings keine Discos. Öffentliche Veranstaltungen auswärtiger Vereine, Werbeveranstaltungen und Disco-Veranstaltungen seien ab sofort verboten. Durch die Nutzung der neuen Toiletten und Duschen sei auch eine Gebührenerhöhung für die Nutzung der Grillhütte notwendig geworden."Die Discos waren nicht mehr zu kontrollieren", sagt Lutz auch an die Adresse der Veranstalter, "wir waren zum Schluss nur noch machtlos". "Ich weiß auch, das die Entscheidung nicht populär ist. Es gab auch schon Protest von der Feuerwehr im Dorf. Aber es geht nicht mehr anders", verteidigt er die Entscheidung des Rates.Auf der Suche nach den Tätern habe ein Ermittlungsverfahren erste Erfolge gezeigt, teilte die Polizei Saarburg auf TV -Anfrage mit. Das zweite Ermittlungsverfahren sei vorläufig eingestellt.In der jüngsten Sitzung hat sich Gemeinderat auch mit dem geplanten Jugendtreff in Portz beschäftigt. Nachdem die Genehmigung zur Finanzierung Portz erteilt worden sei, werde die Ausschreibung erfolgen. Wenn die Witterung es zulasse, könne mit den Rohbauarbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden.Im Jahr 2000 hatte der Rat beschlossen, für das Gebiet der geplanten Windkraftanlagen einen Bebauungsplan aufzustellen; später wurde das Plangebiet erweitert. Mit den Beschlüssen sollten Standorte für Windkraftanlagen, die Erschließung sowie die Abstände zu bebauten Bereichen festgelegt werden. Weil mit potenziellen Betreibern keine Einigung über die Kostenträgerschaft habe erzielt werden können und der Verbandsgemeinderat beschlossen hatte, den Bau von Windrädern über den Flächennutzungsplan zu regeln, seien weitere Planungen nicht mehr in Angriff genommen worden. Die Beschlüsse seien gegenstandslos geworden und wurden durch den Ortsgemeinderat aufgehoben.