Diskussion im Konzer VG-Rat: Viel Lob, aber auch Kritik für neue Buslinien

Öffentlicher Nahverkehr : Diskussion im Konzer VG-Rat: Viel Lob, aber auch Kritik für neue Buslinien

Wie kommen die Pläne des Kreises für den Nahverkehr im Raum Konz/Saarburg an? Darüber wurde im Verbandsgemeinderat Konz gesprochen.

Mit den derzeitigen Busverbindungen im Raum Konz-Saarburg ist niemand zufrieden. Da sind sich Kreisdezernent Stephan Schmitz-Wenzel und die Mitglieder des Konzer Verbandsgemeinderats am Donnerstagabend einig. „Es gibt rings um Konz viele Ortsgemeinden, die im Vergleich zu anderen Orten dieser Größenordnung einen sehr schlechten öffentlichen Nahverkehr haben“, beschreibt Schmitz-Wenzel die Busanbindungen zum Beispiel für Tawern, Könen und das Konzer Tälchen. Kein Problem gebe es hingegen in den Gemeinden an den Bahnstrecken.

Dann erläutert der Experte des Kreises die Pläne für den Ausbau des ÖPNV-Netzes. Zentral im sogenannten Linienbündel Saargau sind mehrere Linien, die an Wochen- und Samstagen größtenteils im Stundentakt fahren sollen. Davon profitieren die Konzer Stadtteile Tälchen, Oberemmel und Berendsborn sowie Könen, Tawern und Wawern in der VG Konz. In der VG Saarburg kommt eine im Stundentakt verkehrende Linie von Saarburg nach Freudenburg hinzu. Weiterhin geplant sind eine Linie der Trierer Stadtwerke von Roscheid über Konz und Karthaus nach Trier sowie eine Linie von Saarburg nach Kell. Auch diese beiden Linien sollen im 60-Minuten-Takt fahren, allerdings würden sie unabhängig vom Linienbündel Saargau durch die SWT beziehungsweise im Rahmen des Linienbündels Ruwertal/Hochwald für Ende 2021 vergeben (der TV berichtete).

Die anderen neuen Linien sollen ab Anfang 2021 fahren, sagt Schmitz-Wenzel. Er betont, dass unabhängig von diesen Plänen und der Vergabe der Linien, die der Kreis zurzeit einleitet, kleinere Orte mit Bürgerbussen oder Anrufsammeltaxen an das Netz angebunden werden könnten. Wenn die Nachfrage stimme, könne das Angebot auch auf Sonntage ausgeweitet werden. Das vorgelegte Konzept beinhalte die Minimalansprüche, die nicht unterschritten werden dürften.

Eine Herausforderung ist laut dem Kreisdezernenten der Schüler- und Kindergartenverkehr. Von 33 Bussen, die künftig im Bereich Konz-Saarburg unterwegs sein sollen, seien 28 für Schul- und Kindergartenverkehr vorgesehen. Auf Nachfrage des Nitteler Ortsbürgermeisters Peter-Leo Hein (CDU), aus dessen Ort viele Kinder nach Saarburg zu weiterführenden Schulen fahren, versichert Schmitz-Wenzel, dass von dem Obermoseldorf aus künftig zwei Schulbusse nach Saarburg fahren.

Die meisten Mitglieder des Verbandsgemeinderats loben die ÖPNV-Pläne als deutliche Verbesserung im Vergleich zum derzeitigen Netz. CDU-Ratsmitglied Thomas Müller, Ortsbürgermeister von Tawern, schlägt vor, das ehrenamtliche Bürgerbusangebot aus dem Dorf aufzugreifen und auf eine professionelle Basis zu stellen, um auch kleinere Orte und Ortsteile an den Stundentakt anzukoppeln.

Auf Nachfrage von Sabina Quijano (Die Grünen) erklärt Schmitz-Wenzel, dass die Busse auf jeden Fall mit dem Rhythmus der Bahnverbindungen getaktet sein sollen. Die Oberemmeler Ratsmitglieder Hermann-Josef Momper (FWG) und Josef Geltz (CDU) fordern einmütig eine Direktverbindung von Ober­emmel über das Tälchen in die Stadt Trier. SPD-Fraktionschef Peter Lauterborn spricht von „gewaltigen Verbesserungen“. Sein Fraktionskollege Jens Tossing setzt hingegen zur Kritik an. Es sei eine Verbesserung, aber: „Jetzt ist der ÖPNV eine Zumutung!“ Statt dem Konzept Statistiken über Pendlerströme und Schülerverkehr zugrunde zu legen, hätte der Kreis aus Tossings Sicht die Bürger und Gemeinderäte beteiligen sollen, um etwas über die tatsächliche Nachfrage zu erfahren. Er plädiert für ein ÖPNV-Konzept von „unten nach oben“ statt von „oben nach unten“.

Der Konzer Bürgermeister Joachim Weber (CDU) bedankt sich bei Schmitz-Wenzel für den Entwurf des Kreises und für die Informationen im VG-Rat. Es sei ein Grundgerüst, das ausgebaut werden könne. Mit Blick auf Tossings Kritik sagt er: „Die Kreisverwaltung kann nicht in 140 Gremien gehen.“

Die Details zu den Linien sind im Internet unter www.trier-saarburg.de im Bürgerinformationssystem der Kreisverwaltung (Suche: Linienbündel Saargau) einzusehen.  

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