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Diskussion über Wirtschaftsweg als kleine Umgehungsstraße

Konz. Der Wirtschaftsweg zwischen der L 138 und der K 135 am Niedermenniger Sportplatz ist einer der meistbefahrensten in Konz. Der Konzer Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung über dessen Sanierung diskutiert.

Konz. Die Bürger des Konzer Stadtteils Kommlingen und Anlieger, die zum Sportplatz in Niedermennig wollen, nutzen den Wirtschaftsweg zwischen der L 138 und der K 135 in Niedermennig besonders gerne. Täglich sind auf der Rumpelpiste wohl mehr Fahrzeuge unterwegs als auf den meisten Gemeindestraßen - vermutlich auch mehr als auf vielen Kreisstraßen.
Dass auf dem Weg sehr viel los ist, da sind sich alle Stadtratsmitglieder einig bei der jüngsten Sitzung des Gremiums. Auch der schlechte Zustand der Piste wird nicht infrage gestellt. Über die Notwendigkeit der Sanierung gibt es aber Meinungsverschiedenheiten. Trotzdem stimmt bei der jüngsten Sitzung eine Mehrheit von 20 zu sieben Ratsmitgliedern dafür, dass die Konzer Verwaltung einen Zuschussantrag für seine Sanierung stellen soll.
Die Gegner sind vor allem skeptisch wegen der hohen Kosten für die anstehende Erneuerung. 384 000 Euro sind für das Projekt im aktuellen Haushalt der Stadt Konz veranschlagt. Das beschert zum Beispiel Martina Wehrheim von der Grünen-Fraktion Bauchschmerzen: "Wir verstehen nicht, warum wir den Weg für teures Geld wiederherstellen." Die Strecke werde als Schleichweg missbraucht. Eine Sanierung ziehe noch mehr Verkehr nach sich, führt die Grüne aus. Im Prinzip sei es kein Wirtschaftsweg, sondern eine kleine Umgehungsstraße. CDU-Sprecher Bernd Henter betont hingegen: "Wenn es einen Wirtschaftsweg gibt, bei dem sich der Ausbau lohnt, ist es dieser. Das ist eine Umgehungsstraße für Niedermennig." Zudem erschließe der Weg den Sportplatz. SPD-Fraktionssprecherin Ute Walter bemängelt grundsätzlich, dass 384 000 Euro sehr viel seien für die Sanierung eines Wirtschaftswegs. Marita Pletsch-Rau von der FWG weist auf die vielen spielenden Kinder in Niedermennig hin: "Der Ausbau ist wichtig, um den Verkehr aus dem Ort herauszuholen."
Der Bürgermeister der Stadt Konz, Karl-Heinz Frieden, erläutert, dass die Erneuerung des Wegs selbst 170 000 Euro koste. Bei der Finanzierung dieser Summe erwarte die Stadt einen hohen Zuschuss des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum, weil der Weg eine große Bedeutung für die Landwirtschaft habe.
Der kostspieligere Teil der Wegsanierung sei die Erneuerung einer Brücke im Zuge der Renaturierung des dortigen Bachs. Diese werde aber zu 90 Prozent bezuschusst im Rahmen der Aktion Blau, welche die Umsetzung einer europäischen Gewässerschutzrichtlinie ermöglichen soll. cmk