"Do bes de platt"

Kabarettisten aus der Region sind rar, wenn es sie denn überhaupt gibt. Das hat sich nun geändert: Edmund Bohr aus Baldringen gestaltet seine Abende ausschließlich in Mundart und ruft damit immer wieder Begeisterungsstürme hervor. Im Schillinger Pfarrheim waren rund 70 Zuhörer aus dem Häuschen.

Schillingen. "Do bes de platt", unter diesem Aspekt stellte Edmund Bohr, der als Musiker und Liedermacher über die Grenzen hinaus bekannt ist, erstmalig sein mundartgeprägtes Kabarettprogramm im Pfarrheim in Schillingen vor. Als Veranstalter fungierten die Schillinger Kulturfreunde, der Erlös war für einen guten Zweck bestimmt.
Bisher mit Band als Interpret von Cat-Stevens-Songs unterwegs, zeigt Edmund Bohr nun seine Fähigkeiten als Mundart-Kabarettist.
Sein neues Programm führte unter anderem in eine Zeit, als die ersten Badewannen in die Haushalte Einzug hielten. "Das erste Recht zu baden hatte der Vater als Familienoberhaupt, dann kam der Opa dran, dessen Geruchs- und Geschmackssinn auf Grund seines Alters kaum noch vorhanden war." Zwischenmenschlich sei eben besser als nur gemeinsam.
Immer wieder zeigte "Ed" - unter diesem Namen ist er in der Region bekannt - dass er eine langjährige musikalische Karriere hinter sich hat. Seine Mundartlieder "De Beamteblues", ("der langsam gespielt werden muss"), oder "De Kittelschiarz" der Mutter, die vergaß, sie vor dem Kirchgang auszuziehen ("In jeder Hand hält sie\'n gesäente Keerz. Un innerm Mantel trät sei de Kittelschiarz"), trieben den Zuhörern vor Lachen Tränen in die Augen. Aber auch die Ruwer besang er von der Quelle an ("da seid ihr Schillinger neidisch, weil die im Keller Gebiet liegt") bis zur Mündung nach Ruwer, immer die humoristischen Aspekte im Vordergrund. Lieder wie "Kaan Zeeit" und "Haem ob den Houwald", ließ er in gewissen Abständen in das Programm einfließen, wobei die leisen und die starken Töne im Wechsel dominierten.
Nach zweieinhalb Stunden ging der erste kabarettistische Mundartabend eines Einheimischen in der Verbandsgemeinde Kell am See zu Ende.
Zurück blieb ein begeistertes Publikum, das teils aus dem Saarland, dem Hermeskeiler Raum und der näheren Region angereist war.
"Ein sehr amüsantes Programm, voller Witz", bestätigte Detlef Willems, Vorsitzender des Hospizvereins Hochwald, an den auch der Reinerlös des Abends ging.