Dopplungen durchaus gewollt

Die Konzer Sängervereinigung und der Musikverein Concordia haben ein gemeinsames Konzert gegeben. Rund 200 Gäste im TG-Sportpark haben sich von Schlagern, Musical-Melodien und zünftiger Blasmusik unterhalten lassen.

Konz. Wer bei einem Männergesangverein zuerst an traditionelles Liedgut denkt, ist diesmal von der Konzer Sängervereinigung 1880 überrascht worden. Nach dem Konzert zum 130-jährigen Bestehen mit klassischem Repertoire sollten diesmal andere, ungewohnte Klänge auf dem Programm stehen. Chorleiter Achim Müller setzte ganz auf Schlager wie die "kleine Kneipe" von Peter Alexander oder "Aber bitte mit Sahne" von Udo Jürgens. Unterstützt wurden die Sänger dabei von einer vierköpfigen Band. Die Besucher in der gut gefüllten Halle hatten dabei genauso viel Spaß wie die Ausführenden.
Anschließend war der Musikverein an der Reihe. Getreu der von der Vorsitzenden Katharina Müller vorgegebenen Devise "Zünftig rein, zünftig raus" bildeten zwei Märsche - der Yorck\'sche Marsch und der Reitermarsch "A Tempo" - den Rahmen. Dazwischen boten die Musiker einen abwechslungsreichen Querschnitt unterschiedlicher Genres. Musical-Hits aus My Fair Lady und Starlight Express gab es dabei ebenso zu hören wie die Ouvertüre zur Oper "Der Kalif aus Bagdad".
Einer durfte aber auch hier nicht fehlen: Die Concordia unter Leitung von Markus Benk hatte sich ebenfalls ein Udo-Jürgens-Medley ausgesucht, und diese Dopplung war durchaus gewollt. So zeigte sich, dass sich die Schlager des Altmeisters auf ganz unterschiedliche Weise arrangieren lassen und dabei immer mitreißend bleiben.
Doch nicht nur thematisch näherten sich Sänger und Instrumentalisten an - zum Abschluss drängten sich beide Vereine auf und vor der Bühne und musizierten gemeinsam. Mit einem klassischen Titel nach Edward Elgar und dem schmissigen "Frei weg" verabschiedeten sie sich vom Publikum.
Der Applaus zeigte, dass das Konzept aufgegangen ist, neue Wege zu gehen. Angesichts der Nachwuchssorgen vieler traditioneller Männergesangvereine wollte der Vorsitzende der Sängervereinigung, Manfred Clemens, zeigen, dass Singen noch zeitgemäß ist - und dies ist rundum gelungen. Die Kooperation mit der Concordia erweist sich dabei als besonders fruchtbar. Chor und Orchester verbindet schließlich die Liebe zur Musik, gemeinsam können beide nur profitieren. daj