Dorfentwicklung in Hentern - Zwischenfazit zur Dorfmoderation

Dorfentwicklung in Hentern : „Jetzt wissen wir, wo der Schuh drückt“

Was erreicht worden ist nach anderthalb Jahren Dorfmoderation in Hentern, was noch aussteht und was weiter gedeihen soll: Darüber sprachen engagierte Bürger mit ihren externen Unterstützern.

Wenn Wiesen blühen, ein Dorfgarten gedeiht und Menschen den ersten Herbstmarkt förmlich überrennen, dann stecken in Hentern die Aktiven in der Dorfmoderation dahinter. Nach 18 Monaten Begleitung der Moderatoren Andreas Heinke und Elisabeth Korn vom Büro Paulus & Partner haben sie jetzt eine Bilanz gezogen.

Was lief gut? Welche Ziele sollten weiter verfolgt werden? Diese Fragen diskutierten Teilnehmer in der Alten Schule und stellten fest: Es ist über die Projekte hinaus eine besondere Gemeinschaft im Dorf entstanden. Heinke und Korn wollen auch weiterhin Ansprechpartner sein, wenn es Fragen gibt.

Sechs Arbeitsgruppen gingen seinerzeit an den Start, stellten Stärken und Schwächen des Dorfes fest und suchten nach Verbesserungspotenzialen. Der Naturschutz könnte weiter intensiviert und der Wissensweg – vor allem für Kinder – besser erlebbar gemacht werden, lautet ein Ergebnis. Dagegen sei ein Dorfladen nicht so dringend nötig, weil es im nahen Nachbarort Zerf alles gebe.

Weitere Ideen betreffen die Mobilität, den Tourismus, den Internetauftritt, das Wohnen für Jung und Alt sowie den Dorfplatz, der renoviert werden und auch eine Toilette bekommen sollte, wenn es nach der Dorfmoderation geht. Was vermisst wird, ist eine Versammlungsstätte im Ort.

Eine sehr positive Bilanz des erstmals veranstalteten Herbstmarkts zog Organisator Ralf Lämmel: „Die Händler waren überwiegend zufrieden und würden gern wiederkommen.“ Für den zweiten Advent wird ein traditioneller Weihnachtsmarkt im und um den Pavillon angekündigt. Auch ein Ostermarkt und ein Flohmarkt im Sommer sind angedacht.

„Das vorhandene Dorferneuerungskonzept stammt noch aus den 1980er Jahren“, stellte Planer Heinke fest. Um für ein neues Zuschüsse zu bekommen, müsse Hentern erst Schwerpunktgemeinde für die Dorferneuerung werden. Der Antrag dafür sei in Mainz gestellt. Ein Sanierungsgebiet für den Ortskern wäre ebenfalls ein Instrument, um die Ansätze aus der Dorfmoderation weiterzuführen.

Heinke plädierte dafür, den Schwung der eingespielten Teams jetzt zu nutzen, um weitere Themen wie die Ansiedlung einer Arztpraxis oder die weitere Nutzung der ehemaligen Grundschule anzugehen. Größere Projekte seien allerdings nicht ohne Fördergelder anzupacken.

„Wie werden wir wieder mehr?“, fragte Organisator Ralf Lämmel angesichts der leicht geschrumpften Dorfmoderationsgruppe. Im Januar soll wieder ein Aufruf zum Mitmachen gestartet werden, denn jetzt wisse man doch, „wo der Schuh drückt“. Henterns Dorfgemeinschaft solle auch im nächsten Jahr weiter aufblühen.

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