Dozenten zeigen ihr Können

Rund 300 Musikfreunde besuchten das Gastspiel der Musiklehrer des Festivals in der Stadthalle. Es sind die Dozenten, die rund 70 hochbegabte Nachwuchstalente, darunter viele Asiaten, fit machen für ihre Auftritte. Erst vor sechs Wochen bekamen ihre Schüler die Partituren zugeschickt.

Saarburg. Musik, wie sie nicht alle Tage zu hören ist, hat bei den Saarburger Serenaden Tradition. "Es gibt ein solch großen Schatz wenig gespielter Stücke, den es zu heben gilt", findet Festivalleiter Semyon Rozin. Tradition hat auch, dass sich zum Auftakt die Dozenten der rund 70 Musikstudenten aus aller Welt, darunter viele Asiaten, in einem Konzert vorstellen.

Die Stadthalle füllt sich. Gut 300 Zuhörer finden sich an einem normalen Wochentag ein, um echte Könner musizieren zu sehen. In der ersten Reihe sitzt Corinne Camillo. Die 33-jährige US-Amerikanerin mit Wohnsitz in Norwegen spielt Fagott als Gastkünstlerin. "Wir füllen das Ensemble weiter auf", erklärt sie. Der Ruf des Saarburger Festivals eilt inzwischen um die Welt. "Selten kann man mit so vielen guten Leuten spielen", freut sich Corinne und hebt damit die Bedeutung der Veranstaltungsreihe für die jungen Künstler und das Publikum hervor.

Allerdings müsse auch sehr viel Musik in sehr kurzer Zeit einstudiert werden. Das Ensemble des Eröffnungsabends bezeichnet die Musikerin als "einzigartig" (unique). Ein besonderer Zauber wird in der Stadthalle verbreitet, als die Dozenten spielen und singen. Duette, Arien, Pianostücke zu vier Händen, ein Cello-Trio mit Klavier erklingen, alles in Vollendung. Immer neue Formationen begeistern das Publikum. Edwin Fell ist Organist von St. Laurentius und leitet mehrere Chöre. Er ist begeistert von der Leistung: "Das Zusammenspiel ist sehr gut. Asiaten spielen keine Fehler." Besonders angetan ist Fell von Cellist James Fiste, der seinem Instrument sogenannte Flageoletttöne entlockt. Die Oberschwingung einer Saite wird dadurch angeregt. "Das ist unglaublich schwer und braucht eine Menge Fingerspitzengefühl", urteilt Fell.

Bürgermeister Jürgen Dixius sieht das Serenaden-Festival aus wirtschaftlicher Sicht: "Das sind rund 1000 Übernachtungen. Die sind gut für Einzelhandel und Gastronomie." Das unterstütze die Stadt gerne mit den Räumen des Gymnasiums und der Grundschule sowie Fahrdiensten.

Die Serenaden sind auch ein Stück Werbung für Saarburg, denn, sagt Dixius: "Die jungen Leute schicken ihre Eindrücke via Facebook in alle Welt." Es entstehen Freundschaften, die auch in Zukunft rund um den Globus gepflegt werden. Höchstes musikalisches Niveau wird immer stärker mit Saarburg in Verbindung gebracht. dothExtra

1. August, 19.30 Uhr: St. Laurentius-Kirche 2. August, 18 Uhr: Open Air, Bettinger Mühle Schmelz 3. August, 19.30 Uhr: Cloef- Atrium Orscholz 4. August, 19.30 Uhr: Kulturgießerei Saarburg, Operette und Salonmusik 5. August, 19.30 Uhr: Stadthalle Saarburg 6. August, 19.30 Uhr: Stadthalle Saarburgdoth