Dreck und Scherben

SAARBURG-BEURIG. Gerade mal zwei Jahre alt ist der naturnah angelegte Spielplatz neben dem Schulzentrum in Beurig. Der angrenzende Kindergarten St. Marien würde ihn gerne nutzen, doch Schüler und Jugendliche hinterlassen regelmäßig jede Menge Müll und Schlimmeres.

"Am Anfang haben wir hier noch Picknick gemacht", erzählt Mechthild Kohl, Leiterin des Kindergartens. "Inzwischen ist das nicht mehr möglich." Schon morgens ab 9.30 Uhr säßen dort Jugendliche herum. Oft mit Bierflaschen im Gepäck, manchmal sogar mit ganzen Kisten - der Supermarkt ist direkt um die Ecke. Sind die Flaschen geleert, werfen sie sie in hohem Bogen weg. In der Regel bleibt dann ein Scherbenhaufen. Erst vergangene Woche habe eine Mutter einen ganzen Karton Scherben eingesammelt, erzählt die Leiterin. Als Toilette stehen die zahlreichen Büsche zur Verfügung. Hunde erledigen den Rest. Hin und wieder beseitige der Hausmeister das Gröbste, ab und zu komme auch die Stadtreinigung. "Wir haben schon alles mögliche unternommen, um die Missstände zu beseitigen", seufzt Mechthild Kohl. "Die Polizei kann nur eingreifen, wenn Minderjährige beim Alkoholkonsum erwischt werden, und die Schuldirektoren können nur handeln, wenn jemand auf frischer Tat ertappt wird." Es sei frustrierend, wenn im Kindergarten Suchtprävention auf dem Programm steht und die Kindergartenkinder auf dem Spielplatz angetrunkenen Jugendlichen in die Arme laufen. Dabei ist der Spielplatz liebevoll und naturnah angelegt. Es gibt eine breite Rutsche, die in einen Sandkasten führt, einige alte Kletterbäume und eine große Vogelnestschaukel. Etwas Besonderes sind die aus Weidenzweigen geflochtenen Tipi-Zelte und Tunnel, die allerdings schon zweimal zerstört wurden. Das Gelände ist zur Straße hin durch einen kleinen bepflanzten Wall abgegrenzt, einen sicheren Zaun gibt es allerdings nicht. Die Bäume sind noch klein und werden bei Hitze wenig kühlen Schatten spenden. Dafür sind die beiden Sitzgruppen sehr einladend, leider eben auch für die falschen Zielgruppen. Vielleicht würden zusätzliche Mülleimer helfen. Im Moment steht nur ein einziger am Eingang zur Verfügung. Ansonsten bleibt nach Ansicht von Mechthild Kohl als letzte Möglichkeit nur, an die Vernunft der Jugendlichen zu appellieren, mehr Rücksicht zu nehmen. Morgen geht es in unserer Serie "Saarburg ganz nah" um die französische Kaserne.

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