1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Dreck-weg-Tag in Merzkirchen trotz Corona

Umwelt : Viel Müll gesammelt und magnetische Kühe in Merzkirchen

Noch bis Ende des Monats: Merzkirchen zieht den Dreck-Weg-Tag durch – coronakonform versteht sich. Denn: Müll kann für Rinder gefährlich werden.

Der Dreck-Weg-Tag hat in Merzkirchen, wie in vielen anderen Dörfern auch, eine lange Tradition. Im vergangenen Jahr fiel er wegen der Corona-Pandemie aus. Und das sah man den Straßenrändern an viele Stellen an.

Jürgen Bauer aus Portz will nicht zusehen, wie das immer schlimmer wird, und setzte sich mit Ortsbürgermeister Peter Hemmerling in Verbindung. Die Ortsgemeinde gibt Müllsammeltüten aus. Das Sammeln von Flaschen, Dosen und viel Plastik geht auch in Corona-Zeiten, denn Bauer und Hemmerling bestanden darauf, dass sich nur Leute aus einer Familie, oder wer sowieso schon zusammen wohnt, gemeinsam auf den Weg machen, um die sieben Ortsteile Merzkirchens wieder sauber zu bekommen.

Ortschef Hemmerling ruft seine Mitbürger auf, in allen Ortsteilen an der Säuberungsaktion teilzunehmen: „Jetzt muss der Müll weg, sonst wächst er zu, und dann heißt es aus den Augen, aus dem Sinn.“ Was den Ortsbürgermeister und Jürgen Bauer gleichermaßen stört, ist, dass viele pfandfreie Dosen an Straßenrändern und entlang von Wirtschaftswegen gefunden werden. Da würde doch eine europäische Pfandlösung helfen, sind sie sich einig.

„Wir kennen Müllschwerpunkte in allen Ortsteilen“, sagt Hemmerling. Am Sportplatz kommen die Ergebnisse zusammen. Christiane Weinhold aus Portz sammelte mit ihrer Familie auf gut drei Kilometern drei Tüten voll mit rund 40 Kilo Müll. Sie will beim nächsten Mal wieder mitmachen und dabei ihren Kindern ein Vorbild sein: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel ist.“

Jürgen Bauer setzte seinen Frontlader ein, denn auch Reifen und eine Klobrille waren unter seinen Funden.

„Unsere Mitbürger sollten sich bis zum Monatsende Zeit nehmen, um sich mit einer Mülltüte auf den Weg zu machen“, wünscht sich der Ortsbürgermeister. Sortiert nach Glas, Metall und Plastik will die Ortsgemeinde den Müll fachgerecht entsorgen lassen und dafür auch die Kosten übernehmen.

Was besonders die Viehhalter sorgt, ist die Tatsache, dass nach dem Mähen von Weiden scharfkantige Kleinteile von Rindern direkt mitgefressen oder mit der Silage aufgenommen werden. „Deshalb haben Kühe heute Magnete im Pansen“, sagt Jürgen Bauer (siehe Info). Gegen gesplittertes Glas hilft das jedoch nicht.

Merzkirchen will sich bei der Sauberkeit nicht von Corona ausbremsen lassen. Wer sich an die Hygieneregeln hält, kann viel für die Umwelt tun.