Drei Kandidaten bei Wahl zum hauptamtlichen Beigeordneten in Konz am 11. Januar 2018

Kommunalpolitik : Dreikampf in Konz

Der Verbandsgemeinderat Konz wählt am Donnerstagabend, 11. Januar, den neuen Vizechef der Verwaltung.

Sicher ist nichts. So lässt sich die Ausgangslage für die Wahl des hauptamtlichen Beigeordneten beschreiben, die am Donnerstagabend, 18 Uhr, in der Sitzung des Verbandsgemeinderats Konz im Kloster Karthaus ansteht.

Ausgangssituation CDU, SPD und FWG gehen mit eigenen Kandidaten in die Sitzung des Verbandsgemeinderats am Donnerstag. Guido Wacht (CDU), Christian Mews (SPD) und Egbert Dederichs wollen hauptamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde Konz werden. Eine absolute Mehrheit, mit der ein Kandidat im ersten Anlauf ins Amt gewählt werden könnte, hat keine der Fraktionen. Von 40 Sitzen hat die CDU 16, die SPD zehn und die FWG acht.

Die Grünen-Fraktion hat vier Stimmen, die FDP zwei. Auch ein rot-grünes oder ein schwarz-gelbes Bündnis würden im ersten Wahlgang nicht ausreichen. Denn es werden 21 Stimmen benötigt, wenn alle Ratsmitglieder anwesend sind. Deshalb ist eine Stichwahl wahrscheinlich.

Kandidaten Guido Wacht und Egbert Dederichs sind alte Bekannte in der Konzer Politikszene. Wacht ist 47 Jahre alt und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Konz. Er wirkt seit etlichen Jahren für die Union im Stadtrat und in diversen Ausschüssen mit.

Er ist Diplom-Bauingenieur und arbeitet als Projektleiter beim Landesbetrieb Mobilität. Bei der Straßenbaubehörde kümmert er sich unter anderem um den Bau des prestigeträchtigen Hochmoselübergangs.

Dederichs, 58 Jahre alt, ist als Ortsvorsteher des Konzer Stadtteils Filzen/Hamm bekannt. Diese verantwortliche Position hat er 2009 übernommen. Der dreifache Familienvater arbeitet bei einer Wirtschaftsauskunftei in Trier und sucht eine neue Herausforderung. Beide haben sich bei einem offiziellen Termin für die Bewerber im Kloster Karthaus mehreren Fraktionen präsentiert.

Christian Mews war wegen einer Verletzung, die ihn plagte, nicht bei dem offiziellen Vorstellungsgespräch in Konz. Inzwischen haben sich aber einige Kommunalpolitiker ein Bild von dem mecklenburg-vorpommerschen Regierungsbaumeister machen können, der in dem 3500-Einwohner-Städtchen Warin  2014 knapp eine Bürgermeisterwahl gegen einen CDU-Bewerber verloren hat.

Laut dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Konzer VG-Rat, Peter Lauterborn, hat er Mews schon im Dezember in Konz begrüßt. Er habe ihn privat eingeladen und anderen Politikern vorgestellt, sagt Lauterborn.

Der  SPD-Kandidat ist seit Dienstag wieder in Konz. Er werde bis Freitag bleiben, sagt Lauterborn. So können weitere Kommunalpolitiker den Mann aus  Mecklenburg-Vorpommern kennenlernen. Am Dienstag gab es laut Josef Weirich, Fraktionsvorsitzender der CDU im VG-Rat, ein informelles Treffen des Wariners mit ihm, Bürgermeister Joachim Weber (CDU) und Franz Görtz von der FDP.  Ein vom TV angefragtes Treffen mit Mews hat Lauterborn bisher nicht organisiert.

Positionen Trotz des Termins am Montag beklagt Weirich, dass nur er und nicht die ganze CDU-Fraktion den SPD-Mann aus dem hohen Norden kennenlernen konnte. „Das ist nicht wahlentscheidend, aber ein Bruch mit den demokratischen Gepflogenheiten in Konz“, sagt Weirich.

Die CDU stehe geschlossen hinter Guido Wacht, betont er. „Er passt perfekt zur Stellenausschreibung“, argumentiert der ehemalige Tawerner Ortsbürgermeister. „So eine gute Bewerbung hatten wir selten.“ SPD-Fraktionssprecher Lauterborn ist hingegen vollkommen von Mews überzeugt: „Das würde Konz voranbringen, wenn wir so einen Mann an Bord hätten.“ Er habe zum Beispiel in verantwortlicher Position den Umbau des Schweriner Schlosses, dem mecklenburg-vorpommerschen Landtag, geleitet, schwärmt Lauterborn vor. Mews bringe eine besondere Aura mit.

Die FWG wird laut ihrem Fraktionsvorsitzenden Detlef Müller-Greis ihren Mann Egbert Dederichs unterstützen. Er betont aber auch: „Früher wurde zu sehr danach gegangen, welches Parteibuch die Bewerber hatten, das sollte nun anders sein.“

FWG-Mann Egbert Dederichs  bewirbt sich auch um den Führungsposten. Foto: Egbert Dederichs
Christian Mews ist der Kandidat der SPD. Foto: Schweriner Volkszeitung/Roland Güttler

Mit Blick auf eine mögliche Stichwahl verweist Müller-Greis darauf, dass es sich um eine geheime Wahl handele, bei der es keinen Fraktionszwang gebe. Das Gleiche betont auch Sascha Gottschalk (Die Grünen). Wie FDP-Fraktionschef Franz Görtz will er sich vor der Abstimmung nicht in die Karten schauen lassen.

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