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Drei neue Partner für den gelben Riesen

Drei neue Partner für den gelben Riesen

REINSFELD/ZERF/HERMESKEIL. Bei der Partnersuche im Hochwald ist der "gelbe Riese" fündig geworden. Als Ersatz für ihre eigenbetriebenen Filialen wird die Deutsche Post ihre Dienstleistungen in Reinsfeld, Zerf und Hermeskeil künftig in einem Lebensmittelmarkt, einer Buchhandlung und einem Quelle-Shop anbieten.

Wer in Hermeskeil, Reinsfeld oder Zerf seine Pakete abgeben oder Briefmarken kaufen will, wird sich in den nächsten Wochen umgewöhnen müssen. Denn die drei Hochwald-Standorte zählen zu den eigenbetriebenen "Kleinstfilialen" mit drei oder weniger Schalterangestellten, die die Post bis zum Jahresende schließt (der TV berichtete). Oder besser gesagt "umwandelt", wie Thomas Kutsch, Pressesprecher der Post in Frankfurt, betont.Grundversorgung ja, Postbank-Dienst nein

Denn in allen drei Orten habe man inzwischen externe Vertragspartner gefunden, die künftig in ihren Geschäften die Post-Dienstleistungen anbieten und die Kunden bedienen. "In Reinsfeld werden wir bereits am 16. Dezember eine Post-Service-Filiale eröffnen", sagt Kutsch. Diese Service-Fililalen decken zwar die postalische Grundversorgung ab, Postbank-Geschäfte sind dort aber nicht möglich. Partner der Post in Reinsfeld ist der Frische-Markt Junkes in der Siedlungsstraße 23 a. Eine Poststelle im Ortskern wäre ihm zwar lieber gewesen, bekennt Rainer Spies. Doch den anderen Geschäfts-Inhabern mit denen die Post verhandelt hatte, seien die Vertragsbedingungen zu schlecht gewesen, weiß der Reinsfelder Ortsbürgermeister. Sie hätten sich nämlich dazu verpflichten müssen, an jedem Wochentag inklusive Samstag ihren Laden für mindestens zwei Stunden zu öffnen. Auch den monatliche Betrag von 290 Euro, den die Post zu zahlen bereit war, hätten viele Einzelhändler angesichts der zu erwartenden Arbeitsbelastung als zu niedrig empfunden. Immerhin habe sich die Post mit ihm in Verbindung gesetzt und ihn um Mithilfe bei der Partnersuche gebeten, so Spies. Bei Manfred Rommelfanger war dies hingegen nicht der Fall. "Obwohl es uns zugesagt wurde, hat die Post die Gemeinde nicht in den Entscheidungsprozess involviert", ärgert sich der Zerfer Ortsbürgermeister. Er habe bislang nur Gerüchte gehört, verfüge aber über keine gesicherten Informationen. Licht ins Dunkel bringt eine TV -Nachfrage bei der Pressestelle in Frankfurt. Demnach ist in Zerf der alte Standort in der Bahnhofstraße 4 auch der neue. Neuer Mieter in den Räumen der früheren Post-Filiale ist ab 3. Januar die Buchhandlung Witt-Weustenfeld. "Wir werden dort eine Zweigstelle für unser Stammhaus in Merzig einrichten", bestätigt Geschäfts-Inhaber Gerhard Witt-Weustenfeld, der aus Greimerath kommt. Auch in Zerf wird es eine Post-Service-Filiale geben.Immobilienfrage noch micht beantwortet

Anders sieht es in Hermeskeil aus: Dort wird am 30. Dezember in der Donatusstraße im Quelle-Shop "Edmund Roth" eine Post-Agentur eröffnet. Der Unterschied zum anderen Modell des "Unternehmens Gelb": In den Agenturen können die Kunden auch ihre Postbank-Geschäfte erledigen. "Für diese Aufgabe sind wir eine Woche in Köln geschult worden", sagt Doris Roth. Sie habe zwei Halbtagskräfte neu eingestellt, die sich speziell um die Post-Kunden kümmern sollen, betont die Laden-Besitzerin. Und damit Startschwierigkeiten vermieden werden, könne man zumindest in den ersten beiden Wochen auf die Hilfe eines Mitarbeiters der Post bauen, so Roth weiter. Zwar gibt Stadtbürgermeisterin Ilona König unumwunden zu, dass sie sich gewünscht hätte, wenn die Post in der Trierer Straße geblieben wäre. "Von den Spärplänen der Post sind aber auch größere Städte betroffen. Insofern müssen wir mit dieser Lösung leben." Ein Pluspunkt sei in jedem Fall die zentrale Lage der neuen Post-Agentur. Bleibt eine Frage: Was passiert mit den alten Post-Gebäuden? "Dazu kann ich nichts sagen. Dafür sind unsere Immobilien-Fachleute zuständig", gibt sich Kutsch wenig auskunftsfreudig. Fest steht, dass sich die Häuser in Reinsfeld und Hermeskeil in privater Hand besitzen. Sowohl Spies als auch König betonen jedoch, dass ihnen zurzeit noch nichts über eine mögliche Folgenutzung der früheren Schalterräume bekannt ist.