Drei Standorte für große Windräder

Drei Standorte für große Windräder

Nur rund 30 Besucher haben das Angebot der Ortsgemeinde Zerf wahrgenommen, sich über die Möglichkeiten von Windkraftanlagen rund ums Dorf informieren zu lassen. Die Verbandsgemeinde Kell will Planungen in Auftrag geben.

Zerf. Gerade mal 30 der 1700 Zerfer besuchten in der Ruwertalhalle die Infoveranstaltung zur Stromversorgung mit Windrädern, die der Ortsgemeinderat nicht erst seit der Atomkatastrophe in Fukushima anstrebt. Ortsbürgermeister Manfred Rommelfanger begrüßte mit Markus Göttel von der Firma Juwi aus Wörrstadt einen Projektleiter, der mögliche Standorte von Windrädern auf Zerfer Gemarkung aufzeigte.
Drei Gebiete kommen nach Meinung des Experten in Frage: westlich und östlich des Hirschfelder Hofes sowie am Ferdinandshaus im Zerfer Hochwald. "Wir planen immer 1000 Meter vom nächsten Haus entfernt", erklärte der Fachmann weiter. Viele Kriterien, angefangen von der Kernzone des Naturparks Saar- Hunsrück über den Naturschutz bis zu Lärmentwicklung und Schattenwurf, seien vorher zu berücksichtigen. Juwi denke an 14 Anlagen. Jede, inklusive Rotor rund 200 Meter hoch und bis zu fünf Millionen Euro teuer, bringe bis zu drei Megawatt Leistung, wenn der Wind mit sechs Metern pro Sekunde weht.
Da erschraken einige im Publikum und fragten nach, ob sich Zerf das leisten könne. "Auf Zerf kommen keine Kosten zu, weil wir nicht Investor sind", beruhigte Rommelfanger. Im Gegenteil, es seien Pachteinnahmen zu erwarten und später sogar mit Gewerbesteuereinkünften zu rechnen. Auf einen Betrag wollte sich Göttel nicht festlegen: "Dafür ist es jetzt noch viel zu früh."
Der Keller Bürgermeister Werner Angsten erläuterte den Weg zu mehr Windrädern: "Die Regionale Planungsgemeinschaft hat mehr Verantwortung auf die Verbandsgemeinden verlagert. Wir wollen zügig einen Flächennutzungsplan mit Windkraftflächen aufstellen." Vorher werde ein Planungsbüro beauftragt, das ein Konzept erarbeitet. Zwischen einem halben und einem ganzen Jahr könne das dauern. Rommelfanger fragte seine 30 Mitbürger nach Bedenken. Es wurden keine geäußert. Siegbert Schad aus Zerf zeigte sich enttäuscht über das geringe Interesse: "30 Leute - das ist doch dürftig." Mit Infoblättern oder Befragungszetteln sollten seiner Meinung nach mehr Bürger für das Thema Windkraft sensibilisiert werden. doth

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