Drei Tenöre vom Erbeskopf

TRIERWEILER. "Das Beste aus der Region." Die Ankündigung des Karneval-Vereins Trierweiler gilt der großen Karnevals-Gala am 1. März. Ob man sich im Termin geirrt hat? Jedenfalls erlebte das närrische Volk bei der Prunk- und Galakappensitzung weit mehr als nur einen Vorgeschmack vom "Besten".

Gleichbeim Einmarsch von Elferrat, großer Garde, Kindergarde undVertretern der Trierweiler Narrenzunft kam Stimmung auf. Dasänderte sich auch nicht, als Sitzungspräsident Arno Mayer leichtdefätistisch - gleichsam als Dauermotto - verkündete: "Auch im13. Jahr leider noch kein Prinzenpaar." Nach einem so langenVakuum haben Trierweilers Narren sich daran gewöhnt, auch ohneMajestäten zu feiern. Kein Grund zur Trauer

Ein Grund zur Trauer ist der Mangel an Majestäten indes nicht, denn es ist nicht so, als hätte der Trierweiler Karneval überhaupt nichts Blaublütiges aufzuweisen. Voller Stolz blickt man auf eine in karnevalistischer Tradition gewachsene Adelsschicht, die Trierweiler Ritter. Jedes Jahr kommen neue hinzu. Per Ritterschlag beförderte Alterspräsident Willi Schupp Ex-Prinz Erich Stockemer,Alexander Mayer, Peter Haffinger, Alexander Thielen und Thomas Ewen in den Adelsstand.

Den neuen Rittern zu Ehren wirbelte die Kindergarde mit "Hits für Kids" über die Bühne. Zu Problemen des Alltags hatte "Et Tussnelchen" (Marion Barzen) gute Ratschläge parat. So war es tröstlich zu hören: "Wer regelmäßig versagt, beweist auch Zuverlässigkeit." Für Stimmung sorgten auch Eva Schilling, die Margit Sponheimer von Trierweiler, und Tanzmariechen Kati Schömer.

Warum "Emanze" Heike Eiden den Moment für geeignet hielt, Loblieder auf die Überlegenheit der Frauen anzustimmen, wollte zumindest den Männern im Saal nicht recht einleuchten. Die Frauentanzgruppe "Wonneproppen" hatte nichts Besseres zu tun, als mit dem "Besentanz der Waschfrauen" der "Emanze" ihre Solidarität zu bekunden.

Nach der Pause bewies der Elferrat seine Sangeskünste. Was die elf Narren zu bieten hatten, war aber nichts gegen das, was anschließend von drei Sängern der Weltklasse zu hören sein sollte. Zur Überraschung des närrischen Volkes standen plötzlich "Die Drei Tenöre", Luciano Pavarotti, José Carreras und Placido Domingo, auf der Bühne.

Ihrem Schuhwerk nach zu schließen, hatten sie auf dem Erbeskopf Skiurlaub gemacht. Ihr strahlendes Bel Canto zwang die Zuhörer zu stürmischem Applaus. Etwas vom "Besten aus der Region" war über die Bühne gegangen - ein großer Auftritt für Alexander Mayer, Markus Geif und Peter Haffinger, auch wenn es nur eine Playback-Show war.

"Pantomime am Bahnhof" zeigten Resi Feltes und Petra Pinnel. Die Jugendshowtanzgruppe bot Rock\\\\'n\\\\' Roll vom Feinsten. Paul Haffinger dagegen beklagte in der Bütt das schwere Los der Häuslebauer. Die "Diamonts", die Tanzmäuse, die Männer- und Frauentanzgruppe und auch der Elferrat legten flotte Tänze aufs Parkett. Den Schlusspunkt setzte Eva Schilling mit Karnevalsschlagern.