Drei Tote und deutlich mehr Verletzte

Drei Tote und deutlich mehr Verletzte

Auf den Straßen im Hochwald gab es im vorigen Jahr 21 Unfälle weniger als noch 2010. Insgesamt hat die Hermeskeiler Polizei 772 Kollisionen gezählt. Drei Menschen verloren dabei ihr Leben. Die Zahl der Verletzten ist mit 110 deutlich angestiegen.

Hermeskeil. Für einen 20-jährigen Autofahrer kommt am 5. September 2011 nach einem Unfall zwischen Bescheid und Beuren jede Hilfe zu spät.
Am 15. Oktober 2011 stirbt ein 47-jähriger Mann bei einem Frontalzusammenstoß auf der B407 nahe Reinsfeld.
Nur drei Tage später kommt eine 87-jährige Fußgängerin ums Leben, die beim Überqueren der Trierer Straße in Hermeskeil von einem Auto erfasst wird.
Das waren die tragischsten der insgesamt 772 Verkehrsunfälle (2010: 793), zu denen die Beamten der Hermeskeiler Polizeiinspektion (PI) im vorigen Jahr gerufen wurden.
Betrachtet man den ganzen Hochwaldraum, dann ist die Zahl der tödlichen Unfälle von vier auf drei zurückgegangen. Das hängt aber damit zusammen, dass 2010 im Raum Zerf zwei Menschen bei Unfällen gestorben waren. Dieser Bereich gehört jedoch zum Zuständigkeitsbereich der Polizei Saarburg. Im vorigen Jahr gab es in dieser Gegend keine tödlichen Unfälle.
"Bei uns gab es also mehr Verkehrstote", bilanzieren der Hermeskeiler PI-Leiter Michael Wahlen und Sachbearbeiter Franz Kuhn. Letzterer sagt mit Blick auf die Unfallstatistik 2011: "Wir hatten diesmal ganz merkwürdige Zahlen." Mit dieser Aussage bezieht er sich vor allem auf die Kollisionen, bei denen es Verletzte gab. 110 Menschen waren davon betroffen. Das sind 29 mehr als im Jahr 2010.
Sprunghaft gestiegen ist vor allem die Zahl der Schwerverletzten. 31 Männer, Frauen und Kinder mussten im vorigen Jahr nach einem Unfall ins Krankenhaus gebracht werden. 2010 war das nur elfmal der Fall. "Das bedeutet eine enorme Zunahme um 180 Prozent", rechnet Kuhn vor.
Was die Sache dabei aus Polizeisicht schwierig macht, erläutert Wahlen: "Diese Unfälle sind meistens außerhalb der geschlossenen Ortschaften passiert, und sie waren über unser ganzes Gebiet verstreut. Wir können keine Schwerpunkte lokalisieren, um an diesen Stellen gezielt gegenzusteuern."
Die negative Bilanz tut der Hermeskeiler Polizei auch deshalb weh, weil sie gerade die Geschwindigkeitskontrollen (zu schnelles Fahren zählt mit acht Prozent zu den häufigsten Unfallursachen) im Jahr 2010 deutlich verstärkt hatte.
"Wir haben die Anzahl der Stunden, die die Beamten dafür im Einsatz waren, um etwa 20 Prozent erhöht, betont der PI-Leiter. Es wurden zwölf Unfälle gezählt, bei denen die Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen.
Eine Tatsache bleibt im Hochwald aber unverändert: Die gefährlichste Gruppe im Revier der Hermeskeiler Polizei sitzt nicht hinter dem Steuer, sondern sie lebt im Wald. 318 Wildunfälle wurden 2011 registriert.
Das heißt: Die Kollision zwischen Auto und Tier macht 41 Prozent der Gesamt-Unfallzahl aus. Gegenüber 2010, als 327 Wildunfälle aufgenommen wurden, habe es in dieser Rubrik "keine nennenswerten Veränderungen gegeben", so Franz Kuhn. Besonders groß ist die Gefahr von Wildunfällen nach seiner Auswertung auf der B52 im Bereich Osburg, auf der L147 zwischen Gusenburg und Hermeskeil sowie vor allem auf dem kompletten Teilstück der Hunsrückhöhenstraße (B407) zwischen Hermeskeil-Abtei und Mandern.Extra

Der Dienstbezirk der Polizeiinspektion Hermeskeil ist 333 Quadratkilometer groß. Die Beamten sind für 33 Ortsgemeinden zuständig. Neben der gesamten Verbandsgemeinde Hermeskeil sorgt die PI auch in Teilen der VG Kell, Ruwer, Thalfang für Recht und Ordnung. In dem Bezirk leben rund 27000 Menschen. ax