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Theater: Dreieinhalb Stunden Spaß

Theater : Dreieinhalb Stunden Spaß

Gut 200 Besucher erleben die kurzweilige Premiere von „Zu früh gefreut“ der Rascheider Theatergruppe. Weder Schneegestöber noch die Enge im Saal halten die Fans der Rascheider Gruppe vom Kommen ab.

Dorfchefs, die nach Geld und Ruhm gieren, ein gutmütiger Bauer mit sturem Sohn und Möchtegern-Schwiegertochter — und eine unmögliche Postbotin. Die Rascheider Theatergruppe hat ein weiteres Mal ein sicheres Händchen bei der Auswahl von Rollen und Darstellern bewiesen.

In „Zu früh gefreut“, ihrem aktuellen Stück von Autor Bernd Gombold dürfen sich die neun Laienschauspieler gehörig ausleben. Allen voran Postbotin Helga (Marlene Wagner), die Briefe nicht nur überbringt, sondern auch gleich verrät, was denn da so alles drin steht. Folglich ist sie stets bestens informiert über alles, was im Dorf geschieht. Und reicht das mal nicht aus, spinnt sie sich mal eben schnell selbst eine Geschichte wie die zum „Deckname Mineralwasser“ zusammen. Dass die Wahrheit dabei auf der Strecke bleibt, versteht wohl jeder – außer Oma Ziegler, der ein Hörgerät nur zu wünschen wäre. Doch Geologin Gunda und Naturschützerin Mira lassen sich weder davon noch von hoffnungslosen Machos und ihren Sexismus-Sprüchen ausbremsen.

Der Schwank in drei Akten bescherte dem Publikum im mit gut 200 Menschen ausverkauften Saal Leyendecker dreieinhalb Stunden Spaß. Wohl deshalb kommen viele auch schon seit Jahren immer wieder her – und ungeachtet der mit dazu gehörenden Enge im Saal. Am Samstag konnte sie davon selbst das kurz zuvor einsetzende Schneetreiben nicht abhalten. „Es ist super – wie jedes Mal“, kommentierte der Rascheider Hubert Lochen während der ersten Pause. 20 Jahre lang spielte er selbst mit in der alle zwei Jahre spielenden Gruppe der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Rascheid. Daher freut es ihn, dass auch immer wieder neue Gesichter und auch jüngere Leute mitmachen.

Da die Proben arbeits- und zeit­intensiv seien, sei vor allem eines wichtig: „Es muss Spaß machen.“ Für Klaus Heib aus Geisfeld macht die Mundart die Laientheateraufführungen aus: „Das ist der besondere Reiz.“

Und die Rascheider interpretierten die Stücke immer sehr gut. Sie hielten sich ans Drehbuch, passten das aber individuell an.

Das Team: Joachim Ludwig als Bauer Emil Ziegler, Lukas Biwer als sein Sohn Dieter, Marlene Ganz als Oma Ziegler, Melanie Düpre als die unglücklich verliebte Franziska, Gerhard Ludwig als Bürgermeister Siegmund Schlaule, Winfried Ludwig als Stellvertreter Richard Raffer, Anna-Maria Ludwig als Naturschützerin Mira Meislein, Marlene Wagner als Postbotin Helga, Rosi Schmittberger als Geologin Gunda Gräber. Regie: Manuela Welter und Viktoria Ludwig. Für die zweite Vorstellung am zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, 20 Uhr, gibt es noch Restkarten: Telefon 06586/613. Den Erlös spendet die KEB-Laienspielgruppe wie immer für einen guten Zweck.