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Dreschen wie zu Großmutters Zeiten

Dreschen wie zu Großmutters Zeiten

PALZEM-KREUZWEILER. Alte Traktoren und andere historische Gerätschaften aus der Landwirtschaft gibt es im Bulldog- und Landmaschinenmuseum in Kreuzweiler jede Menge. Wer einen Teil der technischen Altertümchen in Aktion erleben will, hat dazu mehrmals im Jahr die Gelegenheit – beispielsweise beim "Dreschfest".

Wenn die Getreidehalme auf den Feldern golden in der Sonne glänzen, ist es so weit. Dann wird in Kreuzweiler gemäht, gedroschen, gemahlen und gehäckselt, was das Zeug hält - und zwar im festlichen Rahmen mit Musik und kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region. Seit der Eröffnung des Bulldog- und Landmaschinenmuseums im Jahr 2002 heißt es gewöhnlich im August an einem Wochenende: "Mir maachen de Fruut roof" (frei übersetzt: Wir ernten das Getreide). Der Titel der Veranstaltung - "Dreschfest" - wird der Sache allerdings nur zum Teil gerecht, denn zu sehen gibt es praktisch die gesamte Ernte und zwar so, wie sie zu Großmutters Zeiten abgelaufen ist: Vom Mähen mit der "Flause", einer Art Sense, über das Dreschen mit dem "Flegel" oder mithilfe einer speziellen Maschine bis hin zur Weiterverarbeitung des Getreides.Demonstration für die Jüngeren

Einige hundert Schaulustige hatten sich am Wochenende auf den Weg nach Kreuzweiler gemacht, um das Spektakel zu verfolgen. Museumsbetreiber Robert Willkomm hatte mehrere "Erntehelfer" angeheuert, die dem kleinen Weizenfeld im museumseigenen Garten zuleibe rückten - eine schweißtreibende Angelegenheit, wie sich bald zeigte. "Wir wollen nicht zuletzt jüngeren Leuten zeigen, wie die Feldarbeit früher abgelaufen ist und wie beschwerlich sie war", erklärte Willkomm. Allerdings gebe es auch einen ganz praktischen Grund dafür, hin und wieder zumindest einige Ausstellungsstücke des Museums zu "aktivieren". Dazu der Museums-Chef: "Dadurch, dass wir die Maschinen und Geräte regelmäßig in Betrieb nehmen, bleiben sie in einem guten Zustand." Denn vor ihrem Einsatz beim Dreschfest stehe eine gründliche Überholung an. Gründlich überholt hat Robert Willkomm gemeinsam mit seinen Helfern unter anderem eine alte Dreschmaschine der deutschen Marke "Speiser". Das im Jahr 1935 gebaute und über einen Keilriemen angetriebene Monstrum hatte die Aufgabe, die Körner von den Halmen zu trennen. Nach dem Dreschen wanderte das Getreide in eine kleine Schrotmühle, und für das Stroh stand ein Häcksler parat. "Erntehelfer" Thomas Wolter erklärte: "Das Stroh wird im Häcksler zerkleinert, damit es später bei der Verwendung als Stallmist besser verrotten kann." Wer nicht nur zugucken, sondern auch selbst Hand anlegen wollte, hatte dazu beim "Dreschfest" die Gelegenheit - ob beim Mähen und Bündeln des Getreides oder beim Häckseln.Besucher aus Nachbargegenden

Zu drei Veranstaltungen lädt das Bulldog- und Landmaschinenmuseum in Kreuzweiler jedes Jahr ein. Neben dem "Tanz in den Mai" gehört das "Dreschfest" dazu, das sich nach Auskunft Robert Willkomms seit seiner Premiere vor vier Jahren hinsichtlich der Besucherzahlen "gut entwickelt" hat. "Es kommen Leute aus dem Saarland und aus Luxemburg zu uns." Voraussichtlich am ersten Oktoberwochenende haben Fans historischer Landmaschinen die Gelegenheit, einige Altertümchen in Aktion zu erleben. Dann steht das "Viezfest" an.