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Durchatmen nach den Durchhalte-Parolen

Durchatmen nach den Durchhalte-Parolen

Nach Durchhalte-Parolen beim Neujahrsempfang 2008 verbreitete das Direktorium des Kreiskrankenhauses St. Franziskus in diesem Jahr überwiegend positive Botschaften. "Es geht uns richtig gut", stellte Geschäftsführer Holger Brandt vor rund 180 Mitarbeitern und geladenen Gästen fest.

Saarburg. (sw) Die Neujahrsempfänge des Kreiskrankenhauses St. Franziskus, mit mehr als 570 Beschäftigten nach wie vor größter Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde Saarburg, sind auffallend anders als die meisten Veranstaltungen dieser Art. Das fängt schon damit an, dass das Direktorium alljährlich die gesamte Belegschaft des Hauses einlädt.

"Im Moment geht es uns richtig gut"



Auffallend ist darüber hinaus, dass nicht allein der Betriebsratsratsvorsitzende sondern auch die Unternehmensspitze mitunter einen durchaus kritischen Blick auf das Haus wirft und es scheint, dass vermeintlich unangenehme Begleiterscheinungen nicht unter den Teppich gekehrt werden.

So warf Geschäftsführer Holger Brandt einen Blick zurück auf den Neujahrsempfang 2008, bei dem die gesamte Führungsriege angesichts der überdurchschnittlich hohen Belastung des Personals und teilweise alarmierender Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung geschlossen die Parole "Durchhalten, mitarbeiten und den Kopf nicht hängen lassen!" ausgegeben hatte. Dieses Mal konnte Brandt in verschiedener Hinsicht entwarnen. Bezogen auf die betriebswirtschaftliche Situation sagte er: "Im Moment geht es uns richtig gut." Die Patientenzahlen hätten 2008 im Vergleich zum Vorjahr mit 328, das sind 4,5 Prozent, "deutlich gesteigert" werden können. In Verhandlungen mit den Krankenkassen habe man das Budget erhöhen können, "die Versorgungsqualität" sei "auf hohem Niveau aufrecht erhalten" worden. Aber auch das Problem der hohen Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter habe entschärft werden können. 10,5 Vollkräfte mehr arbeiten im Krankenhaus. Pflegedirektor Harald Lehnertz bemühte ein Bild aus der Schifffahrt für seine Analyse: "Die MS St. Franziskus hat volle Fahrt aufgenommen. Jetzt ist es Zeit, sich um die Mannschaft und Besetzung zu kümmern. Weitere Passagiere brauchen wir nicht."

Auch Dr. Stefan Burg, Ärztlicher Direktor, betonte: "Das kommende Jahr sollte für uns ein Jahr der Konsolidierung werden. Wir streben nicht Wachstum um jeden Preis an."

Betriebsratsvorsitzender Gerhard Kaiser mahnte einen Umgang an, der von gegenseitiger Wertschätzung geprägt sein sollte. Hinsehen und zuhören sei wichtig, ebenso ein ausgewogenes Verhältnis von jungen, dynamischen und älteren, erfahrenen Mitarbeitern. Aufsichtsrats-Vorsitzender Günther Schartz bemerkte: "Die Offenheit, die der neu gestaltete Eingangsbereich offenbart, hatten wir vorher auch schon in den Köpfen der Mitarbeiter." Und mit einem Hinweis auf den geplanten Kapellen-Neubau, dessen Modell erstmals an diesem Abend präsentiert wurde, lieferte er Pastor Michael Zimmer einen Übergang zu seinem Anliegen. Zimmer nutzte den Abend zu einer Vorstellung des 280 000 Euro teuren Projektes und einem Spendenaufruf.