Durchbruch rückt in weite Ferne

Eine direkte Verbindung von Roscheid über die B 269 nach Trier - das fordern Einwohner des Konzer Stadtteils seit Jahren. Die Stadt Trier lehne den Bau einer Straße jedoch weiter ab, erklärte der Konzer Stadtchef Karl-Heinz Frieden bei einem Bürgergespräch in Roscheid. Er will für eine Bustrasse nach Roscheid kämpfen - und hofft auf Unterstützung der Trierer.

Konz. Der Konzer Höhenstadtteil Roscheid wächst seit Jahren, aktuell gibt es knapp 3000 Einwohner. Viele Roscheider arbeiten im nahe gelegenen Trier. Wenn sie morgens ins Büro fahren, führt der einzig mögliche Weg über die Roscheider Straße.
Deshalb gibt es im Stadtteil schon lange den Wunsch nach einer direkten Anbindung zur Pellinger Straße (B 268) und damit an das Oberzentrum Trier. Der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden hat jetzt bei einem Gespräch mit 40 Roscheider Bürgern berichtet, was sich in dieser Frage getan hat. Zur Diskussion über die B-268-Anbindung und weitere Themen hatte die CDU Konz unter dem Titel "Roscheider Gespräche" ins Seniorenhaus Zur Buche eingeladen.
"Der Wunsch nach einem Durchstich zur Pellinger ist immer noch stark", sagte Frieden. Denn damit sei auch eine "Aufwertung für den Stadtteil" verbunden. Vor wenigen Wochen habe es dazu erneute Gespräche mit der Stadt Trier gegeben, ohne deren Unterstützung das Projekt nicht umsetzbar ist.
Unüberwindbare Gegenwehr


Frieden stellte jedoch fest: "Die Gegenwehr der Trierer ist fast unüberwindbar." Die Nachbarn fürchteten die Belastung durch zusätzlichen Verkehr aus Konz - auf der Pellinger, aber auch in Feyen und auf der Weismark. "Deshalb werden wir es ganz schwerhaben, eine Verbindung für den allgemeinen Verkehr zu bekommen", sagte Frieden. Alternativen müssten her.
Der Bürgermeister hält deshalb an der 2012 aufgekommenen Idee einer neuen Verbindungsstraße zur B 268 fest, die als reine Bustrasse genutzt werden könnte. "Das wäre gleichzeitig eine tolle Erweiterung des ÖPNV-Angebots für Roscheid."
Der Vorschlag ist ein Ring-Verkehr: eine Linie, die von Trier über die neue Anbindung nach Roscheid, weiter in die Tälchen-Gemeinden, zu den Konzer Bahnhöfen und zurück nach Trier fahren soll. Durch diese "Schleife" sei auch das rechtliche Problem gelöst, dass eine neue Bustrasse nicht als Konkurrenz parallel zur Bahnstrecke verlaufen dürfe, erläuterte Frieden. Natürlich stelle sich die Frage der Wirtschaftlichkeit einer solchen Linie. "Zunächst wird das nicht rentabel sein. Aber im ÖPNV sind langfristige Entscheidungen nötig."
Mit dem Städtenetzwerk Konz-Trier-Schweich gebe es eine "gute Basis", sagte Frieden. Zwar gebe es keine pauschale Förderung mehr durch das Innenministerium. Für das Busprojekt hält der Bürgermeister aber einen Landeszuschuss für möglich: "Wir wollen einen Antrag stellen - und ich hoffe, die Trierer ziehen mit."
Die Stadtverwaltung Trier äußerte sich bisher nicht auf die Anfrage des TV, ob sie den Konzer Antrag unterstützen wolle. Die Stadtwerke Trier und die Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft entwickeln laut Frieden schon Vorschläge für einen Ringverkehr. Wann die Vision Realität werden könne, sei aber noch völlig offen.
Eine gute Alternative


Für den Roscheider Volker Behrens wäre die Bustrasse eine "gute Alternative". Wenn er abends das Trierer Theater besuche, komme er danach zwar bis zum Bahnhof in Konz. "Aber ab da muss ich laufen oder ein Taxi nehmen." Älteren Menschen sei der Fußmarsch nicht zumutbar.
Andreas Willmann hält eine von allen befahrbare Straße für die "Ideallösung. Aber bevor es gar nichts gibt, ist ein Bus schon besser". Vor allem für jugendliche Roscheider, die am Wochenende in Trier etwas unternehmen wollten, sei der Bus vermutlich "ein großes Thema". Die Linie müsse allerdings häufig genug und auch nach 22 Uhr noch fahren, damit sie etwas nütze, glaubt Willmann. "Langfristig kann das funktionieren, aber dafür brauchen wir wohl einen langen Atem."