1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Durchhalte-Parolen für die Tawerner

Durchhalte-Parolen für die Tawerner

Und sie baggern weiter: In Tawern tummeln sich die Bagger und Bauarbeiter, um die Ortsdurchfahrt L 136 zu sanieren. Ortsbürgermeister Josef Weirich will Bürger und Geschäftsleute bei Laune halten: "Das tut noch ein halbes Jahr weh, aber dann ist es vorbei."

Tawern. "Uns Tawernern wird momentan viel abverlangt", sagt Ortsbürgermeister Josef Weirich und legt damit gleich zu Beginn der Ortsgemeinderatssitzung am Montagabend den Finger in die zurzeit sehr schmerzende Wunde des Orts. Denn in diesen Wochen und Monaten prägen Bagger, Walzen, Schutt und Dreck das Ortsbild der 2600 Einwohner starken Gemeinde.

Polizei soll stärker kontrollieren



Der Grund: Bis zum Sommer soll die Ortsdurchfahrt L 136 saniert werden - mit dem vollen Programm: Kanal und Straßenausbau (der TV berichtete mehrfach). Über Wochen bereits sind die Zuwegungen in die Ortsmitte für die Luxemburg-Pendler gesperrt, eigentlich. Denn manche passieren laut Weirich dennoch die Baustellen und beschwerten sich bei den Arbeitern über die Unannehmlichkeiten. "Ich habe kein Verständnis für die Leute, die nicht durchfahren müssen und es dennoch tun", sagte Weirich. Es habe bereits Gespräche mit der Polizei gegeben, die daraufhin verstärkte Kontrollen ankündigte.

Gerade für die Geschäftsleute in Tawern ist das allerdings eines der kleinsten Probleme. Sie klagen über hohe Einkommensverluste, weil der Durchgangsverkehr so gut wie wegfällt. In ihre und die Richtung der anderen Bürger wendet sich Weirich mit Durchhalte-Parolen: "Das tut noch ein halbes Jahr weh, aber dann ist es vorbei." Die Arbeiten des Landesbetriebs Mobilität Trier, der Kreiswasserwerke und Verbandsgemeindewerke zusammenzulegen, war nach Ansicht Weirichs immer noch die richtige Entscheidung. Sonst hätte sich das Bauprojekt über Jahre hingezogen.

Gegraben wird zurzeit auch in der Fellericher Straße. Dort soll neben den im Dorf üblichen Bauarbeiten auch die bislang provisorische Verschwenkung an gleicher Stelle zu einer fest eingebauten werden. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung beschlossen. "Das Thema ist sehr strittig, das wissen wir", sagte Weirich. Doch wenn gar keine Verschwenkung vorhanden sei, würde die Fellericher Straße leicht zur "Autobahn". Also: "Besser so als gar nichts."

Währenddessen sind die Verlegungsarbeiten der Verbandsgemeindewerke und des Kreiswasserwerks in der Wawerner Straße so gut wie abgeschlossen. Die Wasserproben müssen noch geprüft werden. "Vor Weihnachten sollten sie fertig sein", schätzt Weirich. Im Zuge der Arbeiten hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, in der Straße zusätzlich den Gehweg-Belag zum Teil erneuern (für etwa 15 000 bis 20 000 Euro) und mehr Straßenleuchten (für rund 20 000 Euro) anbringen zu lassen. Insgesamt, so tröstet Weirich die baustellen-geplagten Tawerner, sollten die Bürger die Arbeiten als Investitionen in die Infrastruktur ihres Dorfes ansehen. Und es bleibe die Zuversicht, "dass sich Tawern im Sommer noch schöner präsentiert, als das bislang der Fall war". EXTRA Rat in Kürze: Die Straßen im Neubaugebiet "Wawerner Weg" haben nun Namen: "Luxemburger Ring", "Im Seif" und "Am Wittum". Die Gemeinde muss über- beziehungsweise außerplanmäßige Ausgaben im Verwaltungshaushalt in Höhe von 3800 Euro (erhöhter Anteil an den Personalkosten im Kindergarten) und im Vermögenshaushalt in Höhe von 6400 Euro (Erwerb eines Gebäudes in Fellerich) verzeichnen. (api)