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Edler Tropfen: Konzer-Doktor-Genussgesellschaft stellt ersten Jahrgang ihres Bildungsweines vor

Edler Tropfen: Konzer-Doktor-Genussgesellschaft stellt ersten Jahrgang ihres Bildungsweines vor

Konzer Doktor heißt die neue Weinmarke, die sich die Erzeuger gesichert haben. Der erste Jahrgang des Rieslings, der Ende Oktober vergangenen Jahres geerntet wurde, wird jetzt angeboten. Schlau macht der Wein nicht diejenigen, die ihn trinken. Der Erlös des Verkaufs fließt ins Kapital der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung, die sich in erster Linie um Bildungsprojekte kümmert.

Konz. Ein Wein steht für die gute Tat: Der Konzer Doktor, Jahrgang 2015, eine feinfruchtige, erlesene Saar-Riesling-Spätlese, ist ein Produkt der Konzer-Doktor-Genussgesellschaft, die eigens dafür von Hartmut Schwiering und Winfried Manns gegründet wurde. Die Konzer-Doktor-Bürgerstiftung, bekannt für ihre Lern- und Lesepatenprojekte in allen Schulen der Verbandsgemeinde Konz, hat wegen der derzeitigen Zinsflaute ein Problem: Das angesparte Stiftungskapital von rund 300 000 Euro bringt auf dem Kapitalmarkt nur noch winzige Gewinne ein.200 Flaschen werden verkauft



Neue Ideen sind gefragt, wenn dieser Grundstock der Stiftung stabil bleiben und noch ausgebaut werden soll. Schwiering erklärt: "Es entstehen durch das Ehrenamt keine Personalkosten, aber immer wieder Sachkosten." Mit dem Genuss des Konzer Doktors 2015 wird es jetzt möglich, Gutes zu tun. Wer sich verpflichtet, der Konzer Stiftung eine Zuwendung von mindestens 30 Euro zukommen zu lassen, kann aus dem Kontingent der 200 Flaschen bis zum 30. November bei der Konzer-Doktor-Genussgesellschaft die entsprechende Anzahl an Flaschen des Konzer Doktors zu je 18 Euro erwerben. Diese Aktion läuft bis 30. November. "Die Idee kam uns bei einer gemeinsamen Reise durch Vietnam", erinnert sich Schwiering, denn der Konzer Bio-Winzer Hans-Josef Luy, wollte seinen Stadtweinberg Auf'm obersten Sprung gerade verpachten. Und der liegt wie zufällig gerade unterhalb der Häuser der beiden Ideenentwickler. Die Fachkompetenz war mit Max von Kunow vom VdP-Weingut (VdP steht für Verband deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter) von Hövel in Konz-Oberemmel schnell gefunden. Dort wurde der Wein entwickelt und festgelegt, welchen Charakter er haben sollte.

"Das ist mal eine neue Idee, da habe ich gerne mitgezogen", sagt von Kunow. Die nagelneuen, und aufwendig gestalteten 200 Flaschen tragen seine Unterschrift. Der Winzer ist sicher: "Da ist noch mehr Potenzial." Dem 2016er habe das milde Wetter der vergangenen Wochen gut getan, aber noch mehr Sonne bis zur Lese am 5. November wäre besser. Bis zu 1000 Flaschen sollen es werden.

Die rund 700 Rebstöcke reichten erst einmal für 450 Flaschen, von denen 200 verkauft werden. "Wir müssen ja auch an unsere vielen Helfer denken", sagt Stiftungsvorsitzender Schwiering. Fachkundige Anleitung für Rebenschnitt, Laubarbeiten und Weinlese kam von Bürgermeister Karl-Heinz Frieden, der früher Leiter des Weinbauamts Wittlich der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz war. Andreas Welter und Silke Marx entwickelten als Designer das Etikett. Harald Pompel hatte die Idee mit dem Doktorhut auf der Flasche. Auf dem Weinberg selbst wird der naturnahe Anbau von Bio-Winzer Luy fortgesetzt. "Es ist jedoch kein Biowein", sagt Max von Kunow. Es werden keine Herbizide eingesetzt. Der Boden wird mit Laub, Trester und Mist aufgewertet. Mit dem Einsatz von Kupfer, Backpulver und Schwefel haben Pilze keine Chance. Vom Ergebnis sind Fachjournalisten bereits begeistert. Und, das verspricht von Kunow: "Dieser Wein hält bis zu 60 Jahre. Er wird mit der Zeit immer besser und trockener."

Die Konzer-Doktor-Bürger stiftung ist unter Telefon 06501/ 9227601 und die Genussgesellschaft unter Telefon 06501/5141 erreichbar. Spendenquittung und Urkunde über die Zahl der erworbenen Flaschen werden ausgestellt.Extra

Bildung und Wein? Da gibt es auch andere Beispiele in Trier. So haben zum Beispiel die Bischöflichen Weingüter 2004 das ehemalige Stiftungsweingut des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier übernommen. Auf den 30 Hektar Anbaufläche wachsen unter anderem die Trauben für den bekannten Riesling Fritz Willi. Dieser ist benannt nach dem Namen, den die Schüler früher scherzhaft ihrem Gymnasium gegeben haben: Fritz-Willi-Penne. Auch die Universität Trier hat seit 2012 zwei Weinbergsparzellen in der Lage Avelsbach in Trier. So wolle die Uni ihre Verbundenheit mit der Stadt Trier und der Weinbauregion festigen, heißt es auf der Uni-Homepage. Das Sozialwerk des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bewirtschaftet die Flächen. Studenten können freiwillig mithelfen. Das DRK-Sozialwerk hat die Weinbaudomäne im Februar vom Land Rheinland-Pfalz übernommen (der TV berichtete). cmk