Eher weinselig als sagenhaft

Das Sagenhafte Saarweinfest kommt in diesem Jahr wenig sagenhaft, dafür umso weinseliger daher: Das mittelalterliche Rahmenprogramm entfällt. An beiden Tagen am ersten September-Wochenende dreht sich alles um den Wein.

Saarburg. Der Termin ist geblockt: Am ersten Wochenende im September, in diesem Jahr dem 5. und 6. September, feiert Saarburg in einzigartigem Ambiente sein Weinfest. Seit weit mehr als 40 Jahren ist dieses Ereignis fester Bestandteil des jährlichen Veranstaltungskalenders. Seit Anfang der 90er Jahre genießen die Besucher es im "Staden" am Saar-Ufer.

Früher als reines Weinfest konzipiert, bekam die Veranstaltung vor einigen Jahren einen neuen "Dreh verpasst". Die Veranstalter, der Verein "Freunde des Saarweins", der Burgverein "Churbelun", Stadt und Volkshochschule in Person von Anette Barth weiteten den Termin 2003 unter dem Namen "Sagenhaftes Saarweinfest" deutlich aus. Das Weinfest wurde fortan eingerahmt durch ein mittelalterliches Programm mit Markt und Handwerksvorführungen auf der Burg und der Saarwiese, einem großen Ritterturnier mit professionellen Darstellern an gleicher Stelle und allerlei Spiel- und Wettkampf-Angeboten für Kinder entlang des Saar-Ufers.

In diesem Jahr findet das Mittelalter keinen Platz mehr auf dem Weinfest. Ein zu großer personeller Aufwand, zu hohe Kosten, ein zu hohes Risiko in Anbetracht des nicht zu planenden Wetters, begründet Stadtbürgermeister Jürgen Dixius.

"Im vergangenen Jahr war das Wetter extrem schlecht, so dass der Samstag sehr dürftig besucht war. Wir sind hinsichtlich der Kosten gerade noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Angesichts auch allgemein gestiegener Kosten wie etwa bei Strom und Versicherung können wir uns dieses finanzielle Risiko nicht mehr leisten."

Hinzu kam, dass Anette Barth, Leiterin der Volkshochschule Saarburg und ehrenamtliche Kulturbeauftragte der Stadt, die maßgeblich mit der Organisation des Festes betraut war, sich bereits im vergangenen Jahr wegen zu vieler parallel laufender Projekte von dieser Aufgabe zurückgezogen hatte.

Krönung der Weinkönigin am Samstag



Während Barth gegenüber dem TV den Verzicht auf das Mittelalter-Programm eindeutig bedauert, erklärt der Stadtbürgermeister: "Diese Mittelalter-Spektakel sind mittlerweile in der gesamten Region aufgegriffen und kopiert worden."

So konzentriert sich 2009 alles auf den Wein. Die Weinstraße im Staden, die ab Samstag, 5. September, 14 Uhr geöffnet ist, lädt an 15 Wein-Ständen und zusätzlichen Getränke- und Essensständen beziehungsweise in kleinen Zelten zum Verweilen ein. Traditionell läuft an diesem Tag die Krönung der fünften Saar-Obermosel-Weinkönigin Anne Simon auf der Bühne an der Schiffsanlegestelle im Staden.

Haupt-Attraktion an diesem Abend wird die Illuminierung der Saar durch Fackelschwimmer des Saarburger Tauchsportclubs und Tauchfreunde aus Luxemburg und der französischen Partnerstadt Sarrebourg von der Leuk-Mündung aus in Richtung "Villa Keller". Sie werden begleitet von Samba-Trommlern aus den Niederlanden. Von der Altstadtbrücke aus werden die Besucher ein furioses Feuerwerk erleben, verspricht der Stadtbürgermeister.

Der auf 14 Uhr vorverlegte Umzug vom Heckingplatz durch die Graf-Siegfried-Straße bis zum Altstadttunnel bildet am Sonntag den Glanzpunkt. Die Geschäftsleute verzichten in diesem Jahr auf den verkaufsoffenen Sonntag. Der sei an diesem Tag auch wegen des Umzugs ungünstig terminiert und bringe zu wenig, so die Meinung bei der Jahreshauptversammlung des Saarburger Gewerbe-Verbands (der TV berichtete).

Am Montag darf fröhlich weitergefeiert werden: Ab 13 Uhr öffnen die Weinstände. "Traditionell nutzen viele Betriebe am Montag die Gelegenheit, um mit der Belegschaft nach der Arbeit etwas trinken zu gehen", weiß Armin Appel, Vorsitzender des mitveranstaltenden Vereins "Freunde des Saarweins".