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Ehrenamt VG Hermeskeil: Wer kümmert sich um Anliegen von Senioren?

Ehrenamt bald wieder besetzt : Senioren in der Verbandsgemeinde Hermeskeil bekommen eine neue Anlaufstelle

Von der Facebook-Seite für ältere Mitbürger bis zum Demokratie-Projekt – drei Bewerber haben ihre Ideen für ein derzeit unbesetztes Ehrenamt in der Verbandsgemeinde Hermeskeil vorgestellt. Sie wollen Seniorenbeauftragte beziehungsweise -beauftrager werden.

Wer kümmert sich um die Anliegen älterer Menschen in der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, gibt Probleme und Anregungen ans Rathaus weiter, organisiert Ausflüge und vermittelt Hilfsangebote? Schon seit längerer Zeit sucht die VG-Verwaltung nach jemandem, der oder die sich als ehrenamtliche(r) Seniorenbeauftragte(r) für vier Jahre dieser Aufgabe widmen möchte. Auf die jüngste Ausschreibung meldeten sich sechs Bewerber. Am Ende blieben drei, die ihre Ideen rund um das Ehrenamt im VG-Generationenausschuss vorgestellt haben.

Bewerber Nummer eins war vielen Ausschussmitgliedern bereits gut bekannt. Guido Jörg, der nach eigener Aussage seit fast 47 Jahren bei der Verwaltung in Hermeskeil arbeitet, möchte künftig Ansprechpartner für die Seniorinnen und Senioren sein. Der 61-Jährige, der aktuell den Fachbereich Bürgerdienste leitet, geht in ein paar Jahren in den Ruhestand: „Ich suche nach einer sinnvollen Beschäftigung. Diese Aufgabe würde mir Spaß machen, und ich könnte meine Fachkenntnisse einbringen“, erklärte Jörg, der mit einem Schmunzeln hinzufügte, dass ihm Handwerkliches oder Gartenarbeit nicht liege.

Dem Ausschuss schilderte der passionierte Marathonläufer detailliert, wie er die Aufgabe des Seniorenbeauftragten gestalten wolle. Bei Seniorennachmittagen in den Gemeinden wolle er präsent sein, Kontakte beispielsweise zur Polizei knüpfen, um bei Verkehrsproblemen zu helfen. Den VG-Bürgerbus wolle er einsetzen, um Senioren ohne Auto zu Festen in der Umgebung zu bringen. Und als Anerkennung für über viele Jahre lang ehrenamtlich Aktive wie die Alterskameraden der Feuerwehr sollten Ausflüge organisiert werden, wofür die VG im Haushalt ein Budget von 1000 Euro einplanen könnte. Zudem schwebten ihm speziell auf Senioren zugeschnittene Projekte zu den Themen Antisemitismus und  „Demokratie leben“ vor.

Als zweite Kandidatin stellte sich die Reinsfelderin Sabine Krösser vor. Die selbstständige Journalistin ist nach eigener Aussage seit 2015 „in der Seniorenarbeit“ tätig, organisiert und begleitet Ausflugsprogramme für den Paritätischen Wohlfahrtsverband Rheinland-Pfalz/Saarland. „Die älteren Leute haben in der Corona-Zeit sehr gelitten und brauchen jetzt ganz besonders einen Ansprechpartner“, sagte Krösser. Oft könne man ihnen „schon mit Kleinigkeiten helfen“. Ihre Ideen für die VG Hermeskeil: eine monatliche Telefonsprechstunde, regelmäßige Treffen, ein „Seniorenwegweiser“ mit wichtigen Ansprechpartnern und eine Seite für die Senioren im sozialen Netzwerk Facebook: „Man glaubt es vielleicht nicht, aber viele Ältere sind dort sehr aktiv.“

Krösser regte zudem an, dass die VG abseits der 75 Euro, die sie als Beauftragte als monatliche Aufwandsentschädigung bekäme, zusätzlich Geld für den Aufbau eines Seniorenbüros in die Hand nehmen könnte.

Bewerberin Nummer drei, Karin Fest (64), lebt seit 25 Jahren in Grimburg. Sie sei selbstständige Schneiderin und im Seniorenbeirat aktiv, der den Kreis Trier-Saarburg bei dessen Seniorenarbeit unterstütze, berichtete sie. „Ich möchte eine Fürsprecherin für die älteren Menschen sein und ihnen ihr Alltagsleben erleichtern“, schilderte sie ihre Motivation. Von ihren Aufgaben habe sie noch keine ganz konkrete Vorstellung. Diese wolle sie gemeinsam mit der VG erarbeiten. Es gehe ihr generell darum, die „Wünsche und Nöte“ der Seniorinnen und Senioren gegebenüber der Politik zu vertreten. Auch wolle sie Kontakt zum VG-Jugendpfleger suchen, um die Jugend für die Älteren zu sensibilisieren und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

Seine Auswahl traf der Ausschuss anschließend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Gelüftet wird das Geheimnis allerdings bereits am 30. Juni: Dann wählt der VG-Rat den neuen oder die neue Seniorenbeauftragte(n).