Eifeler Einsichten von TV-Redakteur Fritz-Peter Linden

Hermeskeil · Aus Kolumnen für den Trierischen Volksfreund hat der TV-Redakteur einen spannenden, lustigen und lehrreichen Abend in der Sparkasse Hermeskeil gestrickt. Die Veranstaltung des Kulturherbstes fand 40 zufriedene Zuhörer, die vieles über die Ursprünge der Mundart erfuhren.

Hermeskeil. Die Mentalität des Eifelers fasst Fritz-Peter Linden in dem Satz zusammen: "Et jet net jerannt." Aus der wöchentlichen Kolumne im Trierischen Volksfreund sind inzwischen zwei Bücher geworden. Die kleinen Glossen aus seinem Geburtsort Stadtkyll und der Eifel drumherum genossen 40 Zuhörer beim Hermeskeiler Kulturherbst in der Sparkasse. "Also, es heißt Eifeler, und nicht Eifelaner", verbesserte der Autor zunächst einmal. In Sprache und Sprüchen zeigte er sodann auf, was ein Eifeler ist: "Er ist viel weltoffener und lässiger als viele meinen." Diese Menschen seien geradeheraus, aber immer mit einem versteckten Schalk im Nacken.
Seinen Zuhörern versichert der ehemalige Lehrer und heutige Karikaturist und Fotograf: "Ich behaupte, die Geschichten sind alle passiert." Eine schier unerschöpfliche Quelle an Nachschub kommt von den Lesern seiner Kolumne: "Ich glaube den Leuten jedes Wort." Linden fordert dazu auf: "Schreibt mir weiter, liebe Leser. Es ist einfach zu schön."
Lehrreich ist, neben den Kurzgeschichten, das Wort an sich, die Mundart, die Linden perfekt, und auch als ehemaliger Englischlehrer, leicht aus dem indogermanischen Sprachraum ableiten kann. So etwa der Name der Stadt Daun, wie das englische Town und das keltische Tunum für Zaun- also eine Siedlung mit Zaun drumherum.
Das Kneipchen, gemeint ist das kleine, scharfe Messer, komme vom englischen Knife. Der Pull over komme ebenso daher und heiße auf Deutsch übersetzt Überzieher. "Ich danke den Lesern, die so fleißig mithelfen an der Wörterfront", bedankt sich Linden erneut, um sogleich für manche Skurrilitäten festzustellen: "Ich kann da nix für, das wird mir so geschickt." Alle Geschichten haben eine Überschrift, aber mit "Et jet net gerannt" auch eine sehr persönliche Unterschrift, die immer dem letzten Satz folgt.
Für Zuhörer Gerd Bitter aus Hermeskeil ist Sprache mehr als Verständigung. Sie ist Heimat: "Viele Eifeler Begriffe gibt es auch bei uns. Aber in Kell heißt vieles schon wieder ganz anders." doth