Ein Bewerber steht bereit

Nach monatelanger Suche ist in Hinzert-Pölert ein Kandidat für den letzten vakanten Ortsbürgermeister-Posten in der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil gefunden: Der 36-jährige Jurist Markus Schmitt will sich am 10. November vom Gemeinderat zum neuen Dorfchef wählen lassen.

Hinzert-Pölert. (ax) Seit der Kommunalwahl herrschen im 300 Einwohner zählenden Doppelort politisch unklare Verhältnisse. Denn die wichtigste Personalfrage - die Neubesetzung auf dem Ortsbürgermeister-Posten - ist auch nach dem Urnengang am 7. Juni offen geblieben. Nachdem Amtsinhaberin Mathilde Müller bereits Anfang 2009 angekündigt hatte, dass sie nach zehn Jahren nicht mehr antreten würde, stellte sich vor knapp vier Monaten Mario Leiber als einziger Aspirant zur Urwahl. Der damalige Beigeordnete fand aber nicht genug Rückhalt in der Bevölkerung und verpasste mit 89:90 Stimmen die notwendige Mehrheit haarscharf. Müller führt die Geschäfte seitdem kommissarisch weiter (der TV berichtete).

Längere Zeit blieb die Suche nach einem Nachfolger erfolglos. Jetzt ist aber ein Anwärter für den Job gefunden: "Ich kandidiere am 10. November", sagt Markus Schmitt. Der 36-Jährige arbeitet als Jurist für ein Versicherungsunternehmen in Luxemburg und wohnt nach Studium in Trier und Referendariat in Koblenz seit Ende 2008 wieder in Hinzert.

Eine Direktwahl durch die Bürger wird es in eineinhalb Wochen aber nicht geben. Die Entscheidung liegt beim sechsköpfigen Gemeinderat, der zur Wahl Schmitts aufgefordert ist. Dass auf diesem Weg ein neues Dorf-Oberhaupt bestimmt wird, war in der VG letztmals im August 2004 in Neuhütten der Fall, als der dortige Gemeinderat den inzwischen bereits wieder zurückgetretenen Thomas Kolling wählte.

"Ich gehe davon aus, dass ich die volle Rückendeckung des Rats haben werde", sagt Schmitt mit Verweis auf die Gespräche, die er im Vorfeld mit den anderen Mandatsträgern geführt habe. Zuversichtlich stimmt ihn auch die Erfahrung bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats im Juli. Damals hatte ihn das Gremium einstimmig zum Beigeordneten gewählt. Auf die Frage, warum er sich nicht schon früher als Ortsbürgermeister beworben hat, sagt Schmitt: "Ich musste erst abklären, ob sich dieses Amt auch mit meinem Beruf vereinbaren lässt." Dass er vor einer besonderen Herausforderung steht, weil ab und an behauptet wird, dass die Ortsteile Hinzert und Pölert auch 40 Jahre nach der Fusion noch immer nicht zu einer Einheit zusammengewachsen sind, sieht Schmitt nicht so. "Diese Diskrepanz besteht heute nicht mehr", ist der 36-Jährige überzeugt. "Ich weiß auch, was auf mich zukommt", sagt er mit Blick auf seine kommende Aufgabe, die Verwaltungsarbeit in vielfach doppelter Ausfertigung verlangt. Denn Hinzert-Pölerts Besonderheit ist, dass es in der Kommune zwei Bürgerhäuser und zwei Friedhöfe gibt.

Ein entscheidender Aspekt für Schmitts Kandidatur war schließlich, "dass es keine glückliche Situation gewesen wäre, wenn uns die VG jemanden vorgesetzt hätte". Ohne interne Einigung hätte nämlich Hermeskeils Rathauschef Michael Hülpes (CDU) die Amtsgeschäfte in Hinzert-Pölert übernehmen müssen. Dass es dazu wohl nicht kommen wird, macht Hülpes aber alles andere als traurig: "Wenn sich ein Kandidat aus dem Ort selbst findet, ist das immer die beste Lösung".