Wohnen : Ein Dorf verdoppelt sich

In Südlingen soll eine besondere Wohnanlage entstehen. Deren künftige Bewohner „altern“ mit ihren Räumen.

Der Merzkircher Ortsteil Südlingen hat derzeit 37 Einwohner. Die Zahl könnte sich glatt verdoppeln, wenn die 14 Wohneinheiten fertig sind, die auf einem ehemaligen Bauernhof am Ortsrand mit dem Projekt „Südlingen 12“ eines saarländischen Investors auf 3 800 Quadratmetern entstehen sollen.

„Vor 17 Jahren wurde in Südlingen das letzte Kind geboren. Wir hoffen jetzt auf junge Familien, um diesen Trend umzukehren“, hofft Ortsbürgermeister Peter Hemmerling.

Bislang hat der Investor nur eine Abrissgenehmigung. Das Haupthaus bleibt stehen, allerdings nur als äußere Hülle. Innen wird es ein Neubau. In der jüngsten Sitzung sollte der Ortsgemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschließen. Doch diese Entscheidung wird erst in der Sitzung im Oktober fallen.

„Wir wollen noch Fragen geklärt haben“, sagt der Ortschef. Beispielsweise, wie es mit der Entwässerung aussieht, und auf zwei Stellplätze pro Wohneinheit für Autos der Bewohner legt die Ortsgemeinde auch großen Wert, denn die Busverbindungen seien in Südlingen – vorsichtig formuliert – ausbaufähig.

Dennoch ist es eine attraktive Lage, allein schon wegen der Nähe zu Luxemburg und der üppigen Natur ringsum. Der Hof ist seit langem stillgelegt und drohte endgültig zu verfallen. Der Charme der ländlichen Bebauung soll aber erhalten bleiben, wie Sven Kehrein-Seckler von der KS-Unternehmensgruppe aus Saarlouis und Sarah End von der Kernplan GmbH aus Illingen dem Rat versichern. Die Neubauten werden sich um einen Innenhof gruppieren, der schön gestaltet werden kann. Die 14 Wohnungen werden bis zu 170 Quadratmeter groß. Käufer können, gemeinsam mit den Planern, die Aufteilung der Räume selbst bestimmen.

Da auch junge Leute mal älter werden, haben die Planer die „alternde Wohnung“ entwickelt. Das Domizil passt sich den veränderten Bedingungen von vorneherein an, die die Lebensjahre so mit sich bringen: von barrierefrei bis behindertengerecht. Ein Wohnungswechsel wird so in den meisten Fällen vermieden.

Der gesamte Wohnkomplex wird energieneutral gebaut, mit Wärme- und Stromgewinnung aus Solarpaneelen, Erdwärme und einer entsprechenden Speicherung der Energie. Im Oktober wird dem Rat ein detaillierterer Planentwurf vorgestellt. Dann rechnet Ortsbürgermeister Hemmerling auch mit dem Beschluss der Aufstellung eines Bebauungsplanes. Es folgt die Ausführungsplanung, die Offenlegung bei der Verbandsgemeinde und die Beteiligung der Behörden. Erst danach können die Baumaschinen kommen.