Ein Dorf wächst von innen

Noch keinen Namen hat das Baugebiet in Kelsen, das nach dem Abriss des landwirtschaftlichen Anwesens Waxweiler entstehen kann. Die Planung beginnt jetzt. Das Haus der Feuerwehr steht danach am falschen Platz. Es wird ebenfalls abgerissen und wenige Meter weiter mit Dorfgemeinschaftsraum neu errichtet.

Merzkirchen/Kelsen. Was in Dittlingen wunderbar geklappt hat, soll jetzt auch in Merzkirchen-Kelsen funktionieren: Das Feuerwehrgerätehaus wird in Kombination mit einem kleinen Bürgersaal neu errichtet. Das hat der Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.
Im Ortskern von Kelsen liegt seit Monaten ein riesiger Haufen Schutt. Es sind die Überreste des landwirtschaftlichen Anwesens Waxweiler. Auf der frei gewordenen Fläche sollen fünf bis sechs neue Häuser entstehen, alle vom Stil her ans dörfliche Umfeld angepasst, versteht sich.
"Das ist keine Baulanderschließung, sondern eine Dorferneuerungsmaßnahme", auf diesen Unterschied legt Ortsbürgermeister Martin Lutz Wert. Damit losgelegt werden kann, muss jedoch erst eine Planung erstellt werden. Damit beauftragte der Rat das Trierer Büro BKS. Auftragsvolumen sind rund 5000 Euro.
Schutt verursacht Mehrkosten


Der Schutt als solcher beschäftigte den Rat ebenfalls. Damit soll nämlich das abschüssige Gelände für die künftigen Bauherren und die Straßenanbindung gestaltet werden. Aber die dicken Brocken müssen auf mindestens 80 Millimeter zerkleinert werden, und nicht nur auf 300 Millimeter, wie ein Gutachter feststellte. Mehrkosten: 6664 Euro. Und dann steht da noch das Feuerwehrgerätehaus, und zwar nach einem ersten Planentwurf sehr ungünstig an der falschen Stelle. Erschwerend kommt hinzu, dass das Domizil der Kelsener Wehr vorher an das abgerissene Gebäude nur angelehnt war. Die Idee es abzureißen und nach dem Vorbild von Dittlingen einen Neubau wenige Schritte weiter mit integriertem Dorfgemeinschaftsraum zu errichten, wird von Bürgermeister Jürgen Dixius ausdrücklich befürwortet: "Der Giebel ist instabil. Das Haus hätte einen hohen Sanierungsbedarf." Die Kosten für den Neubau in den Hang unterhalb des Brunnens werden auf 140 000 Euro beziffert. Werden Zuschüsse von Land und Verbandsgemeinde, Eigenleistung der Wehr und der Verkaufserlös für das Grundstück, wo das alte Feuerwehrhaus noch steht, davon abgezogen, bekommt Kelsen das neue Feuerwehrhaus fast kostenlos. "Außerdem wird hier ein weiterer positiver Akzent mit Brunnen und Spielplatz als Treffpunkt der Bürger gesetzt", freut sich Dixius über diese Variante, die viel billiger kommt, als das alte Haus zu sanieren.
Wann im Herzen von Kelsen neu gebaut werden kann und auch das neue Feuerwehrhaus fertig ist, kann Ortsbürgermeister Lutz noch nicht sagen: "Ohne neuen Bebauungsplan geht es auch im Ortskern nicht. Sonst könnte ja einer kommen und will hier Rinder züchten." Mit einem vereinfachten Verfahren und nur einer Planoffenlegung soll der Kelsener Ortskern aber zügig vorangebracht werden. doth
Extra

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat, Leo Wei nacht, legt sein Mandat nieder. Für ihn rückt Johannes Feiber nach. Weinacht bleibt 3. Beigeordneter und Ortsvorsteher von Körrig. Die Fraktion führt jetzt Franz-Josef Koster. Drei neue Buswartehallen wurden im Wert von 17 800 Euro für Merzkirchen und Dittlingen bestellt. Hinzu kommen 4470 Euro für die Fundamente. Für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik will der Rat einen Fachmann vom RWE in eine der nächsten Sitzungen einladen. doth

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