Ein Eldorado für Fauna und Flora

Ein Eldorado für Fauna und Flora

Zu einer ´Exkursion ins Greimerather Hochmoor, die der Weiterentwicklung des Naturschutzgebietes dienen soll, hatte Bürgermeister Werner Angsten eingeladen. Unter fachlicher Leitung von Forstamtrat Ralf Taubert und zahlreichen Vertretern beteiligter Stellen, Behörden und Verbänden suchte man nach Lösungen für eine ungestörte Entwicklung schutzbedürftiger Arten.

Greimerath. Im kommenden Jahr wird das Naturschutzgebiet Panzbruch bei Greimerath 30 Jahre alt. Am Ende 1983 wurde dieses Naturschutzgebiet durch eine Rechtsverordnung der Landesregierung unter Schutz gestellt. Ziel war, einen Hunsrückbruch mit hochmoorartigem Charakter als Lebensraum und Rückzugsgebiet seltener und bestandsbedrohter Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.
In diesem Gebiet sind 228 Pflanzenarten registriert, davon 187 Farn- und Blütenpflanzen, darunter der besonders geschützte Sonnentau, der Fieberklee und das Moorglöckchen. "Die seit 1986 durchgeführten Pflegemaßnahmen konnten immer einige Erfolge erzielen, denn es wurde im Rahmen der Pflege stets Wert auf die Entbuschung und Mahd gelegt", teilte Taubert mit.
In der Greimerather Mulde, in der sich das Panzbruch befindet, wurde früher Eisenerz abgebaut. Heute noch zeugen Reste einer Loren-Bahn und ein Stollen der ehemaligen Grube Luise, von dieser Förderung, was den Gästen von Chronist Josef Leineweber anschaulich dargelegt wurde.
Thema Wildnis steht ganz oben


Mit der Ausweisung des Naturschutzgebietes wurde festgelegt, dass in diesem Moor jegliche landwirtschaftliche Nutzung, bis auf die extensive Weidewirtschaft, verboten ist. So konnte sich im Laufe der Zeit im Kernbereich ein kleiner Weidenwald entwickeln und die Verbuschung zunehmen. "Heute steht das Thema Wildnis` im Naturschutz wieder ganz weit oben", sagte Taubert. "Man möchte der Natur wieder die Möglichkeit geben, sich frei und ungestört zu entwickeln." Dieses bedeute jedoch der Entzug der Lebensbedingungen der im Panzbruch ansässigen und schutzbedürftigen Arten. Eine halboffene Weidelandschaft in Verbindung mit Viehhalter und Landwirt Burkhard Franzen aus Greimerath, könne hier erfolgreich durch eine Kooperation mit Landwirtschaft und Naturschutz umgesetzt werden.
Nach entsprechenden Lösungen werde derzeit gesucht, versprach Taubert, der dem 33 Hektar großen Areal als Landespflegebeauftragter vorsteht. Zusammen mit der Waldjugend hat er jahrzehntelang die Pflege und den Schutz des Naturschutzgebietes Panzbruch im Auge. Angsten erklärte, dass die Durchführung des Beweidungsprojektes der Verbandsgemeinde obliege. Die Herstellungskosten betragen 183 000 Euro. Inzwischen liege die Förderung mit landespflegerischen Mitteln zu 50 Prozent vor. Auch stehe die Förderung der übrigen 50 Prozent im Rahmen der EU-Förderung unmittelbar bevor. hm

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