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Ein ergreifender Besuch in Benin: Fünf Katholiken aus Tawern reisen nach Westafrika

Ein ergreifender Besuch in Benin: Fünf Katholiken aus Tawern reisen nach Westafrika

Ins westafrikanische Benin sind fünf Mitglieder des Pfarreienrates, des Pfarrgemeinderates und der Frauengemeinschaft Tawern gereist. Dort besuchten sie den ehemaligen Pastor Doktor Abbé Zoé Donovou, der von 2008 bis 2012 in Tawern tätig war - zunächst als Kooperator, danach als Pfarrverwalter und damit Vorgänger von Pastor Bollig.

Tawern/Benin. Der Aufbruch der Tawerner zum großen Abenteuer erfolgte mit prall gefüllten (Geschenke-) Koffern und einem - ob der Ebola-Infektion und der vielen Warnungen von Familie, Freunden und Kollegen - etwas flauen Gefühl im Magen.
Angetrieben von dem Bestreben möglichst viel von Land und Leuten und von den initiierten Hilfsprojekten zu sehen, planten die Besucher schnell die ersten Aktivitäten. Unterkunft fanden sie im Haus des Regionaloberen der Missionare der Societé des Missions Africaines aus Lyon im Stadtteil Akpakpa mitten in der Millionenstadt am Golf von Guinea.
Besuche bei Eltern und Bekannten des Priesters gehörten ebenso zum Programm wie die Besichtigung einer Pfahlbauten-siedlung auf dem Lac Nokoué und der Besuch der Gedenkstätte Ouidah, von der aus vom 15. bis zum 19. Jahrhundert über 30 Millionen Sklaven nach Amerika und Europa verschifft wurden. Freudig wurden die Besucher von einer jungen Familie erwartet: Die Hörgerätefachhandlung Wagner hatte über ihren Mitarbeiter Thomas Schwarz für ein Kind, das aufgrund einer Malariaerkrankung sein Hörvermögen weitgehend eingebüßt hat, ein Hörgerät gestiftet, das von Abbé Zoé fachmännisch angepasst wurde.
Nach diesen ergreifenden und zum Teil sehr emotionalen Besuchen erfolgte der eigentliche Höhepunkt und Grund der Exkursion: Die Fahrt in den Norden des Landes mit dem Besuch der von der Pfarreiengemeinschaft und der Pfarrgemeinde unterstützten Hilfsprojekte. Sowohl der abenteuerliche Trip mit einem angemieteten Kleinbus als auch die Erlebnisse, Begegnungen und Erkundungen waren für die Teilnehmer beindruckend. Bewahrheitet hat sich hier der Spruch von Abbé Zoé: "Über Afrika kann nur derjenige richtig urteilen, der Afrika auch erlebt hat."
Mit dem Besuch der Schule in Nikki und des Agrarprojektes Adjohoun bei Parakou (siehe Extra) konnten die Besucher feststellen, dass Geld, Gebete und Sachspenden den afrikanischen Kindern zugute kamen.
Was hier unter der Federführung von Abbé Zoé auf die Beine gestellt wurde, ist beispielhaft. Pater Zoé, der abwechselnd als Ohrenarzt, Imker, Bauunternehmer, Priester, Psychologe oder einfach nur als Gutmensch auftritt, leistet in seinem Heimatland Aufbauarbeit. Wie beliebt der Kirchenmann in seiner Heimat ist, konnten die Besucher sogar in den entlegensten Buschhütten erleben. Beim Verteilen von Süßigkeiten an die überglücklichen Kinder wurden er und die anderen Spender fast erdrückt und mit "nao uwah" (ich habe noch nichts) Rufen bedrängt.
Die überaus hilfsbereiten und gastfreundlichen Menschen, die noch nie einen Krieg in ihrem Land erleiden mussten und in friedlicher Koexistenz mit Christen, Moslems und Voodoo-Anhängern leben, zeigten sich den "reichen" Ausländern gegenüber aufgeschlossen, stolz und freundschaftlich gesonnen.
Nach diesen Erfahrungen und Erlebnissen haben die deutschen Gästen beschlossen, den Menschen weiter zu helfen. Insbesondere die desolate Infrastruktur, das kostenpflichtige Schulwesen (Benin hat etwa 70 Prozent Analphabeten) sowie die unzureichende medizinische Versorgung der Bevölkerung sind Ansatzpunkte zur Hilfe. Auf der Rückreise wurden schon Pläne für neue Projekte gesponnen. red

Wer sich über die Reise der Gruppe nach Benin, die Möglichkeiten zu Spenden und über weitere Projekte informieren will, ist gerne zu einem Reiseberichtsabend am Donnerstag, 4. Dezember, um 19 Uhr in den Pfarrsaal von Tawern eingeladen.Extra

Zwei Projekte unterstützt die Pfarreiengemeinschaft Saar-Mosel in Benin: Für das Schulprojekt in Nikki hat sie Geld gespendet für Schulmöbel und die Gestaltung von Klassenräumen. Rund 230 Schüler zwischen vier und 16 Jahren werden dort unterrichtet. Bisher sind hauptsächlich Schulgebäude vorhanden. Mensa, Internat und Toilettenanlage sollen mit Hilfe der Pfarreiengemeinschaft noch gebaut werden. Das zweite ist ein Landwirtschaftsprojekt, bei dem landwirtschaftliche Geräte gespendet wurden, um Tropenwald urbar zu machen und den Bewohnern Arbeit und Nahrungsmittel zu beschaffen. red