Ein Fluss, zwei Weinorte und ganz viele Menschen

Ein Fluss, zwei Weinorte und ganz viele Menschen

Großes Kirmesvergnügen in Nittel - bis am Montagabend ein kurzer, aber kräftiger Schauer das Ende der St. Rochus-Kirmes einläutete.

Nittel. Die Nitteler Kirmes glänzte mit einem umfangreichen Programm und zwei tollen Höhepunkten: der Proklamation der 4. Saar-Obermosel-Weinkönigin Judith Schmitt aus Oberemmel und dem dritten deutsch-luxemburgischen Weinhappening am Sonntag.

Feuerwerk eröffnet das Festtreiben



Die Kirmes wurde aber schon am Freitag mit einem Feuerwerk eröffnet. Rund 15 Minuten lang stiegen Raketen von der luxemburgischen Moselseite aus in den Nachthimmel, während am Kirmesplatz extra für das Feuerwerk komponierte elektronische Musik ertönte. Der Festplatz und die Weinstraße waren gut besucht. Carina Curmann vom Weingut Matthias Dostert: "Am Freitag war im ,Ländchen' Feiertag, das haben offensichtlich viele Luxemburger zu einem Abstecher auf die Kirmes genutzt."

Der Samstag bot mit der feierlichen Ernennung der neuen Saar-Obermosel-Weinkönigin einen glanzvollen Höhepunkt. Einige Hundert Festgäste verfolgten den Einmarsch der ausscheidenden und neuen Weinmajestäten, die mit einem großen Gefolge an Ehrengästen die Weinstraße hinab zum Festplatz marschierten, angeführt vom Musikverein Nittel. Auf der Bühne wurde es rasch eng, da auch Vertreter der luxemburgischen Weinorte mit ihren weinköniglichen Hoheiten der Ernennung von Judith Schmitt aus Oberemmel beiwohnten. Die Feierlichkeiten faszinierten auch Kinder. Die sechsjährige Johanna Schladebach aus Brandenburg: "Ich habe noch nie eine Weinkönigin gesehen." Auch ihre ältere Schwester Marlene (10) war von dem Treiben auf der Bühne angetan.

Der Sonntag mit dem dritten deutsch-luxemburgischen Weinhappening hielt, was der Machtumer Leiter des Festkomitees, Henri Hengel, am Tag zuvor versprochen hat: "Wer gut sein will, muss versuchen, es jedes Mal noch besser zu machen. "Der Schiffspendelverkehr über die Mosel wurde ausgiebig genutzt, und der kleine luxemburgische Ort Machtum platzte aus allen Nähten. Eine ganz besondere Attraktion war in der Machtumer Kirche zu sehen: der mit unzähligen Weinflaschen geschmückte Altar.

Aber auch in Nittel waren alle Zufahrtsstraßen hoffnungslos zugeparkt und rund um die Weinstände drängelten sich die Menschen.

Erste Bilanz fällt positiv aus



Auch am Montagabend war prächtige Kirmesstimmung, bis kurz nach 22.30 Uhr ein heftiger Schauer über Nittel niederging. Die Straßen leerten sich rasch, und die "Hartgesottenen" drängten sich unter die schützenden Dächer der Weinstände. Gegen Mitternacht begann dann schon das erste Aufräumen.

Die erste Bilanz fällt ausgesprochen positiv aus. Axel Berndorfer aus Nittel: "Die Musik am Samstagabend war richtig klasse."

Und Jutta Hutmacher aus Ober emmel blickte sogar schon in die Zukunft: "Im nächsten Jahr nehmen wir uns mehr Zeit für das Weinhappening." Negative Begleiterscheinungen gab es kaum. Nur in der Unterführung am Nitteler Bahnhof lagen viele Glasscherben, und an der B 419 von Nittel nach Wellen wurden in der Nacht zum Sonntag zahlreiche Leitpfosten zerstört und Straßenschilder umgestoßen.