"Ein Gefühl von Internationalität"

"Ein Gefühl von Internationalität"

Serenaden-Musiker waren zu Gast bei der Liedertafel - und haben sich prima mit dem Chor verstanden.

Irsch Ein ausgewachsener Konzertflügel vor der Bühne im Irscher Bürgerhaus Winzerkeller ist ein eindeutiges Zeichen, dass hier bald musikalisch Großes passiert. Zum vierten Mal machten die Saarburger Serenaden mit ihren jungen Musikern Station bei der Liedertafel. Dirigent Gottfried Sembdner konnte nicht nur mit 50 Sängern zwischen 15 und 83 Jahren arbeiten, sondern hatte auch noch elf Streicher, fünf Bläser und zwei Flötisten zur Verfügung.
Moderne Technik half beim Einstudieren. "Ich habe die Partituren per Mail verschickt, konnte aber vor dem Konzert nur entweder mit dem Chor oder den Musikern proben", erklärt der Chorleiter dem TV. Gerade mal eine Stunde vor Beginn drangen schon Konzertklänge beider Ensembles gemeinsam nach draußen. Diese Zeit genügte Sembdner, um Musiker und Sänger zusammenzuführen, was für die Qualität aller Beteiligten spricht.
Doch zunächst waren die hochbegabten musikalischen Gäste an der Reihe. Sie zeigten mit Werken von Haydn, Saint-Saens, Carl Maria von Weber, Beethoven und Schumann ihre erstaunlichen Fähigkeiten auf ihren Instrumenten, trotz ihres jungen Alters ab 13 Jahren.
Das Finale bestritten sie gemeinsam mit dem Chor, der sich im 90. Jahr seines Bestehens fit wie nie erwies, ob klassisch oder mit modernen Stücken wie "So soll es bleiben" von Anette Humpe. "Das war eine tolle Zusammenarbeit", ist Sembdner begeistert. Auch das Singen auf Englisch oder Italienisch des 13. Jahrhunderts ist kein Problem. Das alles ergibt, wie sich Anne und Kathrin Wallrich zweisprachig in ihrer Moderation ausdrückten, ein Gefühl von Internationalität in Irsch. 200 Zuhörer genossen den Abend.
"I'm dreaming of Home" des Franzosen Philippe Rombi wurde von Sembdner eigens für dieses Konzert arrangiert, das heißt, beiden Klangkörpern auf den Leib geschrieben, damit alles zusammen passt. "Der Klang wächst jedes Mal", ist auch Chor-Sprecherin Gerlinde Zender begeistert.
"Das ist Höchststufe", staunt Peter Neisius aus Palzem. Er kann das beurteilen, denn er ist selbst Dirigent. Für die Region Saarburg seien die Serenaden ein echter Höhepunkt. "So etwas hört man in der Gegend nur selten", freut sich auch Carmen Kees aus Irsch. Sie erfreute sich besonders, dass so viele musikalische Jugendliche in ihr Heimatdorf gekommen waren.
"Gerade Kammermusik ist für die Jungen eine wichtige Erfahrung", findet Festivalleiter Semyon Rozin. Aufgeregt sein gehöre dazu.
Das Abschlusskonzert der Studenten im Rahmen der Saarburger Serenaden findet Sonntag, 30. Juli, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Saarburg statt.

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