Ein Glas für die Gesundheit

LEIWEN. (dis) Der neue Federweiße ist da. Hans Peter Scholtes verstand es, daraus ein Hoffest im "Römischen Weindorf" zu gestalten. Mehrere hundert Besucher lobten das süße und süffige Getränk und genossen dazu deftigen Zwiebel- oder Flammkuchen.

Am Hofeingang sind drei riesige Fässer aufgebaut. Sie beinhalten das edle Getränk. Obwohl sie in der Nachmittagssonne stehen, hat Hans Peter Scholtes keine Bedenken, dass der Inhalt zu warm oder schlecht wird. "Er war vorher im kühlen Keller und wird auch in der kommenden Nacht wieder abkühlen." Drei Geschmacksrichtungen hat Scholtes angerichtet: ein Fass mit Bacchus-Federweißem, ein Fass mit einer Findling-Auslese und sogar noch einen Spätburgunder Rosé. Unter fünf Grad gekühlt sei der Federweiße mindestens 14 Tage so im Ausschank zu verwerten, erklärt der Winzer. Der Federweiße ist noch nicht ganz durchgegorener Wein, dessen Kohlensäuregehalt ihm einen prickelnden Geschmack verleiht. Doch Achtung: Federweißer hat eine wahrlich berauschende Wirkung, obwohl der Fruchtzucker der Traube noch nicht vollständig zu Alkohol verarbeitet wurde. Wo der Name "Federweißer" eigentlich herkommt, weiß niemand so richtig. "Der Most erhält eine weißliche Farbe, die Hefeteilchen werden aufgewirbelt - wie kleine Federn", sagt ein Teil der Genießer. Andere wiederum sagen: "Er kitzelt beim Trinken im Gaumen wie eine Feder." Federweißer wird nicht speziell hergestellt, sondern ist ein frühes Produkt aus dem Prozess der Weinherstellung. Scholtes hat mit ein bundesweites Verteilernetz aufgebaut und setzt mehrere hundert Fuder Traubenmost um. "Wir entlasten damit nicht nur den Weinmarkt, sondern tun auch etwas für die Gesundheit vieler Menschen." Denn Federweißer soll gesundheitsfördernd, sprich entschlackend, sein. Bisher galt der "junge Wein" als schlecht zu transportieren, da er in der Flasche gärt. Ein luftdichtes Verschließen der Flaschen ist also nicht möglich. Deshalb arbeitet Scholtes mit einem luftdurchlässigen Schraubverschluss. Die schlechten Transportmöglichkeiten waren der Grund, dass man ihn früher nur in den Anbaugebieten kannte.

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