Ein großer Beschluss ohne praktische Folgen

Ein großer Beschluss ohne praktische Folgen

GUSTERATH. Viele in Gusterath sind enttäuscht. Obwohl vor fast zwei Jahren die Neugestaltung des Spiel- und Festplatzes an der Trierer Straße ein einstimmiges Votum im Gemeinderat erhielt, hat sich kaum etwas getan.

DerTrierische Volksfreund berichtete damals ausgiebig von derGemeinderatssitzung. Außerdem wurden die Vorhaben auchausführlich beschrieben. Zur Erinnerung: Der Arbeitskreis "Agenda21" hatte ein Konzept zur Umgestaltung des Platzes erarbeitet undes Ortsbürgermeister Günter Scherer zur Umsetzung vorgelegt. Eswar dabei versucht worden, die verschiedenen Interessengruppen zuberücksichtigen. Die Schwächeren werden verdrängt

So ging die "Agenda" auch auf die Bedürfnisse und Erwartungen für Kleinkinder, Jugendliche, Vereine und Anwohner ein. Anders das derzeitige räumliche Nebeneinander von Angeboten (Basketballkorb neben Schaukel) für unterschiedliche Altersgruppen: Es führt nur zur Verdrängung der jeweils Schwächeren.

"Agenda"-Sprecherin Cornelia Fricke-Schuh: "Darüber hinaus haben wir bestehende Anlagen und Geräte in unsere Überlegungen mit einbezogen - alles unter Berücksichtigung der Sicherheitsvorschriften und Vorgaben. Ziel dabei war, die Kosten auf einen realisierbaren Umfang zu beschränken."

Mit einer Ausstellung im Heimathaus hatte die "Agenda 21" im März 2001 mehrere Wochen über den Plan und das Vorhaben informiert. Doch trotz des Ratsbeschlusses geschah fast nichts.

Die Umbauarbeiten, die mit einem Auslichten der Bäume und der Installation einer Erdrutsche begonnen hatten, stagnieren seit längerer Zeit. Ortsbürgermeister Scherer begründet diese Verzögerungen mit dem Entschluss, die Neugestaltung möglichst in Eigenregie durch die Gemeindearbeiter realisieren zu lassen.

Dazu Anwohner Wolfgang Hagedorn: "Bei der Größe unseres Ortes und den vielfältigen Aufgaben sind die Gemeindearbeiter überfordert, wenn sie auch noch einen Spiel- und Festplatz anlegen sollen." Als Hagedorn vor zwei Jahren nach Gusterath zog, war er - auch im Sinne seiner Kinder - von den Absichten der "Lokalen Agenda 21" beeindruckt. "Da tut sich was", dachte er - wurde dann aber enttäuscht. Wie andere Eltern auch, würde er gerne an Samstagen zu Hacke, Schaufel und Hammer greifen und die Planungen in die Tat umsetzen. Als positive Beispiele nennt er Korlingen, Pluwig oder Farschweiler. Dort habe die Elternschaft in Zusammenarbeit mit der Gemeinde neue Spielplätze geschaffen. Hagedorn: "Ein Verantwortlicher müsste aber dazu den Startschuss geben."

In die Bauaktionen könnten nach Ansicht der Planer auch die Jugendlichen des Ortes mit einbezogen werden. Denn eine gemeinsame Aktion könne ein Gemeinschaftsgefühl wecken und stärke die Identifikation und das Verantwortungsgefühl für das Geschaffene.

Unter Beteiligung der Gemeinde könnte so auch die Gestaltung eines Jugendtreffs, insbesondere der Bau eines Unterstandes, zusammen mit den Jugendlichen realisiert werden.

Fricke-Schuh: "Die Planung steht und ist nach unserer Meinung gelungen. Im Prinzip könnte das Vorhaben zumindest teilweise schon fertiggestellt sein." Der beschlossene Aus- und Umbau sei für die Planer seit Monaten überfällig. Cornelia Fricke-Schuh: "Unverständnis herrscht bei uns auch darüber, dass im letzten Haushalt der Gemeinde rund 14 000 Euro für den Ausbau eingestellt waren und nicht genutzt wurden."